Flüchtlingsrat Newsletter 11/2021

Termine, Tipps und Hinweise bitte an news@fluechtlingsrat-lsa.de

Für An- und Abmeldung siehe fluechtlingsrat-lsa.de/infoservice-anmeldung/

Inhaltsverzeichnis

 

Veranstaltungen

18. November: Offenes Treffen der Antirassistischen Aktion Magdeburg

Donnerstag, 18.11.2021, 17 Uhr, Thiembuktu, Thiemstr. 13, 39104 Magdeburg

Wir sind auf der Suche nach neuen Menschen, die sich für eine offene Gesellschaft einsetzen und dem strukturellen und individuellen Rassismus und Antisemitismus etwas entgegensetzen wollen. Tag für Tag erschüttern uns schreckliche Nachrichten, es scheint ein vergeblicher Kampf zu sein. Aber das Band der Solidarität ist stark, regional sowie international. Wir wollen antirassistische Kämpfe unterstützen und Protestformen verstärken. Wir wollen nicht schweigen oder vergessen, sondern die Forderungen betroffener Menschen hören und aktiv werden.

Ihr seid herzlich eingeladen, einen Blick auf vergangene Aktionen zu werfen gemeinsam zukünftige zu gestalten. Kommt zu unserem Kennenlerntreffen und lasst uns ins Gespräch kommen. Covid: Bitte kommt genesen, geimpft UND getestet. Es wird Selbsttests vor Ort geben.
Kinder sind willkommen, Betreuung ist vor Ort.
Email: antiramd@riseup.net

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18. November: Online-Diskussion: Alltäglich! Rassismus und diskriminierende Strukturen – Erfahrungen von Nicht-weißen Menschen und Menschen mit Migrationsgeschichte in Ostdeutschland

Donnerstag, 18.11.2021 19.00 – 20.30 Uhr

Der Mord an dem Schwarzen George Floyd hat auch in Deutschland Entsetzen ausgelöst. Was bei der Debatte um rassistische Gewalt in Deutschland jedoch häufig übersehen wird: Rassismus ist ein System und zeigt sich im Alltag etwa in rassistischen Kommentaren auf der Straße, Diskriminierung am Arbeitsplatz und vermeintlich harmlosen, rassistischen Darstellungen in Kunst und Kultur. Nicht-weiße Menschen und Personen mit Migrationsgeschichte berichten vor allem in den letzten beiden Jahren über einen grassierenden und offen artikulierten Alltagsrassismus.  Auch Debatten um die Umbenennung von Apotheken und Gaststätten sowie die Auseinandersetzung verdeutlichen, in wie vielen Bereichen sich rassistische Benennungen und Redewendungen immer noch finden.

In der Veranstaltung wollen wir u.a. mit Mekonnen Mesghena (Referent Migration und Diversity, HBS) und Nuria Silvestre (Migrationsberaterin, Verband binationaler Familien und Partnerschaften) über strukturellen Rassismus im Alltag, Sprache als Macht- und Diskriminierungsinstrument, aber auch Empowerment von Betroffenen sprechen. Moderation: Hannah Mugaragu, (un)Sichtbar – BIPoC Initiative.

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23. November: Online-Buchvorstellung: „Gemeinschaft der Ungewählten. Umrisse eines politischen Ethos der Kohabitation“

Dienstag, 23. 11. 2021, 19.00 – 21.00 Uhr

Gökhan Gültektin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov – diesen am 19. Februar 2020 von einem Rechtsterroristen ermordeten Menschen widmet Sabine Hark ihr aktuelles Buch „Gemeinschaft der Ungewählten. Umrisse eines politischen Ethos der Kohabitation“.

Ihr jüngster Essay dreht sich um die Fragen: Wer gehört dazu, wem wird Zugehörigkeit verweigert? Sie führt ins Herz der Dominanzkultur, die es zu überwinden gilt. Aber wie? Das Konzept „Zärtliche Bürgerlichkeit“ könnte u.a. den Weg weisen.

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Bildung

Refugee Law Clinic Hannover: Ring­vorlesung zum Flüchtlings­recht

Die Refugee Law Clinic Hannover veranstaltet in diesem Semester wieder interessante und spannende Ringvorlesungen. Hierzu sind alle herzlich eingeladen!
Die Veranstaltungen finden online auf der Plattform Zoom statt.

Weiter geht es am 17.11.21 zur Existenzsicherung mit AsylbLG mit Rechtsanwalt Volker Gerloff.

Das neue Jahr beginnt am 18.02.22 mit einer Ringvorlesung von Annika Hesselmann zu den Bleiberechtsregelungen gem. §§ 25a, b AufenthaltsG.

Am 27.01.22 hält Susanne Achterfeld einen Vortrag zum Thema: „Unbegleitete minderjährige Geflüchtete – Jugendhilferechtliche Praxis und migrationsrechtliche Besonderheiten“.

Last but not least findet am 09.02.22 der Vortrag zur Aufenthaltsverfestigung nach Familienzusammenführung mit Frau Regina Jördens-Berneburg statt.

Umfassendere Informationen zu den Ringvorlesungen findet ihr auf unserer Internetseite. Meldet euch bitte kurz auch über diese Internetseite zu den Ringvorlesungen an: https://rlc-hannover.de/ringvorlesung/ .

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2. Dezember: Web-Seminar „Einführung in das Phänomen Menschenhandel in Deutschland im Kontext von Flucht“

02.12.21 von 14.00-16.00 Uhr

Im Rahmen des Projektes Flucht und Menschenhandel bietet der Bundesweite Koordinierungskreis gegen Menschenhandel – KOK e.V. ein kostenfreies Web-Seminar Einführung in das Phänomen Menschenhandel in Deutschland im Kontext von Flucht an.

Das Web-Seminar richtet sich an alle, die mit geflüchteten Menschen arbeiten und eine größere Sensibilität für Ausbeutung und Menschenhandel entwickeln möchten. Zielgruppe sind die verschiedenen Akteur*innen in der Unterstützungsstruktur für Geflüchtete einerseits, z.B. ehrenamtliche oder professionelle Berater*innen, aber auch Mitarbeiter*innen in Behörden, seien es die Ausländerbehörden oder Polizist*innen.

Das Web-Seminar bietet umfassende Information zum Thema Menschenhandel im Kontext von Flucht und ermöglicht den Austausch mit Expert*innen. Zudem werden konkrete Handlungsmöglichkeiten für Fachkräfte aufgezeigt.

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15. Dezember: Digitale Transformation der sozialen Arbeit im Kontext Flucht. Auftakt-Workshop der Servicestelle für digitale Arbeit mit Geflüchteten (Save the date)

15.12.21, 15:30 bis 18:30 Uhr ONLINE VIA ZOOM

Die Covid-19-Pandemie und die in diesem Zusammenhang erforderlichen Schutzmaßnahmen haben die soziale Arbeit mit Geflüchteten vor eine große Herausforderung gestellt: die Verlagerung der Beziehungs-, Beratungs- und Bildungsarbeit in niederschwellige digitale Räume. Alternativen zu Face-to-Face-Beratung, Sprachcafés, oder anderen lebenspraktischen Hilfen, die zuvor überwiegend im persönlichen Kontakt umgesetzt wurden, mussten schnell entwickelt oder improvisiert werden, um weiterhin Unterstützung zu gewährleisten und den Kontakt zueinander nicht zu verlieren. Aufgrund unterschiedlicher Hürden gestaltete sich dies oft herausfordernd.

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Kampagnen und Aufrufe

Petition: Für eine konsequente Anerkennung der besonderen Asylgründe für Frauen, Mädchen und LGBTIQA+ Personen

„Wir, Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union, Europas und der Welt, fordern die Europäische Kommission, das Europäische Parlament, den Europäischen Rat und die nationalen Regierungen des Schengen-Raums auf:

  1. Das Recht auf internationalen Schutz durch die konsequente Anerkennung spezifischer Asylgründe für Frauen, Mädchen und LGBTIQA+ Personen zu gewährleisten
  2. Eine europäische Überwachungsstelle, die die konsequente Umsetzung der Artikel 60 und 61 der Istanbul-Konvention und der Artikel 10 bis 16 der Konvention zur Bekämpfung des Menschenhandels gewährleistet, einzurichten.
  3. Den Zugang zu Asyl in EU-Mitgliedsländern für Frauen, Mädchen und LGBTIQA+ Personen zu gewährleisten.

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Informationen und Arbeitshilfen

Bericht von Human Rights Watch zu Syrien: Rückkehrende Geflüchtete werden schwer misshandelt

Der 70-seitige Bericht „Our Lives Are Like Death: Syrian Refugee Returns from Lebanon and Jordan“ belegt, dass Syrien kein sicheres Rückkehrland ist. Für den Bericht befragte Human Rights Watch 65 Rückkehrende bzw. deren Familienangehörige. 21 von ihnen wurden verhaftet oder willkürlich festgehalten, 13 wurden gefoltert und 3 entführt, 5 starben durch außergerichtliche Tötungen, 17 wurden Opfer von Verschwindenlassen und eine Person gab an, Opfer sexueller Gewalt geworden zu sein.

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Informationsverbund Asyl& Migration: Übersicht zu aktuellen Berichten über die Lage in Afghanistan

Am 22.10.2021 hat das Auswärtige Amt einen neuen Bericht zur Lage in Afghanistan herausgegeben, über den vielfach berichtet wurde und der auch unserer Redaktion vorliegt. Darüber hinaus sind am 11. November 2021 Afghanistan-Leitlinien des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen (EASO) erschienen. Der folgende Artikel fasst die wichtigsten Aussagen dieser Berichte zusammen und verweist auf weitere relevante Quellen, die sich mit der Situation in Afghanistan nach der Machtübernahme der Taliban auseinandersetzen.

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ZEMIGRA: Erfolgsgeschichten von afghanischen Geflüchteten in Sachsen-Anhalt

Angesichts der aktuell schwierigen Lage in Afghanistan möchten wir von ZEMIGRA Mut machen, afghanische Geflüchtete aufzunehmen und zu integrieren.

Auf unserem Portal haben wir jüngst Erfolgsgeschichten von zwei jungen Afghanen veröffentlicht, die nach Sachsen-Anhalt geflüchtet sind und hier ihren Weg in Ausbildung und Arbeit gefunden haben. Unterstützung erhielten sie von ihren Arbeitgebern, vor allem aber auch von den haupt- und ehrenamtlichen Berater/-innen und Begleiter/-innen. Hier geht es zu den Geschichten: https://zemigra.sachsen-anhalt.de/erfolgsgeschichten/galerie/

Mit den Erfolgsgeschichten möchte ZEMIGRA nicht nur die erfolgreichen Wege zugewanderter und geflüchteter Menschen aufzeigen, sondern auch die bestehenden Unterstützungsstrukturen in Sachsen-Anhalt sichtbar machen.

 

Buch: Reinhard Marx: Warum wir Flüchtlinge schützen müssen. Versuch einer Neubegründung des Flüchtlingsschutzes. Zwei Essays

Der Flüchtlingsschutz in der Europäischen Union ist vielfältigen politischen und gesellschaftlichen Bedrohungen ausgesetzt. Mit der Krise der europäischen Flüchtlings- und Migrationspolitik im Herbst 2015 konnten nationalistische und rechtsextreme Parteien ihre politische Macht erheblich vergrößern. Zugleich wurde eine bis dahin nie gekannte Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge in der Gesellschaft deutlich, die heute zwar abgeklungen, aber noch nicht erloschen ist. Mit diesem Buch setzt der bekannte Rechtsanwalt Reinhard Marx der von Hass und Unverstand geprägten Hetze gegen Flüchtlinge eine andere Botschaft entgegen. Er erinnert daran, wie zentral für unser auf universellen Menschenrechten und demokratischen Werten beruhendes gesellschaftliches Verständnis der Schutz der Flüchtlinge ist. Dabei erhält das Prinzip der Solidarität eine zentrale Bedeutung, weil es universell wirkt und gesellschaftliche Dynamik entwickeln kann. Sie ist notwendig, damit die moralphilosophischen Betrachtungen als Grund des Rechts allgemein anerkannt werden. Wir werden die Aufgabe, Flüchtlinge unter menschenwürdigen Bedingungen in unserer Gesellschaft aufzunehmen, nur erreichen, wenn wir uns bewusst machen, dass ihnen das Recht, Rechte zu haben, zusteht. Denn wir erleben uns selbst in den Flüchtlingen. Dieses Verständnis liegt diesem Buch zugrunde. (von Loeper Literaturverlag)

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Stellenausschreibungen und Förderungen

Stellenausschreibung: Leitung der Geschäftsstelle und Vereinskoordination (BumF)

Der Bundesfachverbands unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (BumF) e.V. sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine Leitung der Geschäftsstelle und Vereinskoordination. Die Stelle umfasst 30 Wochenstunden und ist zunächst befristet bis 31.12.2023. Eine langfristige Beschäftigung wird angestrebt. Die Bewerbungsfrist ist der 28. November 2021.

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Stellenausschreibung: Referent*in in Magdeburg (Miteinander e.V.)

Miteinander e.V. sucht für seine „Netzwerkstelle Demokratisches Magdeburg“ eine Referentin. Vorbehaltlich einer Förderung ist ab dem 01.01.2022 eine Vollzeitstelle mit 40 Wochenstunden zu besetzen. Der Arbeitsort ist Magdeburg. Die Vergütung erfolgt in Anlehnung an TV-L EG 10. Die Stelle ist zunächst bis zum 31. Dezember 2022 befristet. Eine Weiterbeschäftigung bis mindestens 31.12.2024 wird angestrebt.

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Stellenausschreibung: Referent:in für Öffentlichkeitsarbeit bei United4Rescue – Gemeinsam Retten e.V. (40 Stunden/ Vollzeit)

United4Rescue ist ein gemeinnütziger, unabhängiger Verein, der die zivile Seenotrettung im Mittelmeer unterstützt und hilft, Leben zu retten. Mit Hilfe von Spenden haben wir bereits zwei Rettungsschiffe in den Einsatz gebracht und mehrere Rettungseinsätze ermöglicht.

Zugleich ist United4Rescue ein breites Bündnis hunderter Organisationen, die die Überzeugung eint, dass man keine Menschen ertrinken lässt. Das Bündnis setzt sich öffentlich für Seenotrettung und sichere Fluchtwege ein und vertritt vier Forderungen.

Wir suchen Verstärkung für unsere aktuell zweiköpfige Geschäftsstelle im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

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Meinungen und Meldungen

DLF Hintergrund | Belarus – Wenn Migration an der EU-Außengrenze zur Waffe wird, 10.11.2021

An der Grenze zwischen Belarus und Polen stehen sich Grenzsoldaten und Flüchtlinge gegenüber. Der belarussische Diktator Alexander Lukaschenko ist nicht der Erste, der Migration instrumentalisiert, um Europa unter Druck zu setzen. Die EU sucht nach einem Rezept gegen die Erpressbarkeit.

„Das Kapital eines Erpressers ist stets die Angst, die er erzeugen kann bei dem, der diese Angst auch zulässt. Fakten und Analyse, Sachlichkeit könnten weiterhelfen. Womöglich stellte sich am Ende die von Lukaschenko angedrohte Massenmigration nach genauer Betrachtung gar nicht als Waffe heraus, sondern als Schreckschusspistole.“

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»35 Jahre Pro Asyl. Geburtsstunde der Geflüchtetenhilfe« , Deutschlandfunk Kultur, 9.9.2021

August 1983: Der Aktivist Cemal Altun soll in die Türkei abgeschoben werden. Aus purer Verzweiflung springt er in den Tod. Drei Jahre später gründet sich die Hilfsorganisation Pro Asyl, um den Flüchtlingen in Deutschland eine Lobby zu verschaffen.

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Die Informationen sind vom Projekt »Fachstelle Flucht und Asyl« bereit gestellt. Das Projekt wird gefördert durch:

 

 



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