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Die Perspektiven der von Rassismus betroffenen Menschen gehören in den Diskurs

Liebe Freund*innen in den Medien, in der Öffentlichkeit, auf der Straße und in den sozialen Netzwerken,

die Vorgänge in Chemnitz und Köthen erschüttern uns. Wir finden es pietätlos, den Tod eines Menschen für völkische und nationalistische Versammlungen zu instrumentalisieren. Zudem interessiert sich ein großer Teil der restlichen Öffentlichkeit einzig dafür, wieso diese oder jene Person nicht abgeschoben wird, noch immer nicht abgeschoben ist oder warum »diese Ausländer« eigentlich so viel krimineller sind. Schlimmer noch: Selbst da, wo solche Bauchgefühle durch polizeiliche Statistiken widerlegt werden, wird weiterhin gefordert, die »Sorgen der Bürger« ernst zu nehmen.

Wir meinen, dass auch hinter diesen »besorgten« Fragen und Appellen rassistisches Denken und rassistische Haltungen stehen. Sie dominieren die öffentliche Debatte und bilden ihren Rahmen. Es scheint kaum möglich, darauf zu reagieren oder »sachliche« Antworten zu geben, ohne diesen Rassismus selbst zu wiederholen.

Deshalb möchten wir an dieser Stelle nicht zum x-ten Mal erklären, wie es sich mit Asylverfahren, Straftaten und Abschiebungen verhält. Stattdessen möchten wir Fragen stellen:

Warum geht es ständig um die Sorgen der deutschen Passträger*innen? Wieso fragt niemand nach den Sorgen derjenigen, die im Zuge der schrillen Abschiebe-Debatten um ihre Zukunft und oft auch ihr Leben fürchten müssen? Wo sind die Stimmen, Meinungen der geflüchteten und täglich Rassismus erfahrenden Menschen? Wer bekommt Raum, um zu sprechen und mit wem wird sich solidarisch gezeigt?

Dafür muss es immer wieder heißen, eigene Rollen zu reflektieren, Räume zu gestalten und Solidarität zu üben!

Also, macht Platz: Die Perspektiven der von Rassismus betroffenen Menschen gehören in den Diskurs!


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