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Flüchtlingsrat Newsletter 03/2018

Verbesserungsvorschläge, Tipps und Hinweise bitte an news@fluechtlingsrat-lsa.de

Für An- und Abmeldung siehe fluechtlingsrat-lsa.de/infoservice-anmeldung/

Inhaltsverzeichnis

Tagungen, Lesungen, Diskussionen

15.06. in Halle: Kein Schlussstrich! – Mobi-Vortrag zum Tag X

 

Freitag, 15.06., 18 Uhr im Taubenhaus der Burg Giebichenstein Halle

Vor 5 Jahren, am 6. Mai 2013, begann vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen Beate Zschäpe, André Eminger, Holger Gerlach, Ralf Wohlleben und Carsten Schultze. Nach über 420 Verhandlungstagen wird voraussichtlich im Juni oder Juli ein Urteil im NSU-Prozess fallen – der sogenannte Tag X.
Warum auch mit der Urteilsverkündung nicht von einem Schlussstrich gesprochen werden darf, macht nicht nur der rassistische Normalzustand der Gesellschaft deutlich.
Die Verstrickungen des Staates und die unzureichend bearbeiteten Hinweise auf die Taten des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ wollen wir euch in einem Vortrag zusammenfassend vorstellen. Wir fordern restlose Aufklärung der Morde, Anschläge und sonstige Gewalttaten des NSU. Auch nach Prozessende sollen die Opfer des NSU nicht in Vergessenheit geraten.

Darum wollen wir am Tag der Urteilsverkündung mit euch auf die Straße; in Halle, München und vielen anderen Städten.
Um den Opfern des NSU und deren Angehörigen eine Stimme zu geben, um zu zeigen, dass noch nichts geklärt ist!

Kommt vorbei und informiert euch.
Bringt Freund*innen mit!

https://www.facebook.com/events/183228169181313/

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23.06. in Halle: Antirassistisches Sommerfest auf dem Steintorcampus

Das antirassistische Sommerfest lädt alle AnwohnerInnen, Studierende und Interessierte zu Informationsständen, Ausstellungen, Theatereinlagen, Radioprogrammen, Kinder- und Familienprogramm, Musik und Redebeiträgen auf den Steintor-Campus ein. Wir möchten den Tag zur Auseinandersetzung mit den rechtsextremen NachbarInnen des Steintorcampus und ihren internationalen Ablegern nutzen und ein buntes und kreatives Zusammenkommen veranstalten.

Eine Initiative des Fachschaftsrats der Philosophischen Fakultät I, des Stura der Uni Halle, dem Bündnis gegen Rechts, Radio CORAX und der Anwohner*innen-Initiative der Adam-Kuckhoff-Straße und vielen weiteren teilnehmenden Initiativen.

https://www.facebook.com/events/248104625938186/

——-

Die Veranstalter*innen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, sexistische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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Welcome United. Summer Camp 5.-8. Juli in Brandenburg + Helfer_innentreffen 14. Juli in Berlin

DON’T FORGET TO SPREAD THIS INVITATION TO YOUR GROUPS, FRIENDS, ROOMMATES…

_(French and english below)_

Liebe alle,

wie die meisten von euch wissen, veranstalten das we’ll come united
Bündnis dieses Jahr vom 05. bis 08.07.2018 ein großes antirassistische
Summercamp. Die Vorbereitungen hierfür laufen auf Hochtouren. Alles,
was noch fehlt, seid ihr und eure Freund*innen! Denn um das Camp zu
einem Erfolg zu machen, werden noch jede Menge helfende Hände vor Ort
gebraucht:

* Ab Montag den 02. Juli beginnt der Aufbau. Es gilt Zelte aufzubauen,
Duschen zu bauen, die Technik einzurichten, Betten zu machen, und alle
weiteren Vorbereitungen zu treffen.
* Während dem Camp vom 05. bis 08. Juli werden zahlreiche
Helfer*innen gebraucht zum Kochen, Geschirrspülen, für Shuttledienst
und Transportfahrten, Cafebetreuung, Awareness, Kinderbetreuung, und,
und, und…
* Nach dem Sonntag ist es noch nicht vorbei, denn da heißt es
aufräumen! Ihr könnt bis Mittwoch den 11. Juli bleiben oder länger…

Um euch alle über die Möglichkeiten der Mithilfe zu informieren, euch
einzuweisen und euch in die entsprechenden Helfer*innen-Gruppen
einzuteilen, gibt es am

DONNERSTAG, DEN 14. JUNI, 19 BIS 22 UHR

ein Helfer*innen-Treffen im

FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG-MUSEUM (FHXB), ADALBERTSTRAßE 95A, BERLIN
KREUZBERG, IM DACHGESCHOSS

Im Anschluss gibt es Abendessen im Hof des Museums!

Kommt alle, die ihr dem Camp zum Erfolg verhelfen wollt! Bringt eure
Freund*innen und Verwandten mit! Leitet diese Einladung und unseren
Flyer im Anhang bitte an all eure Freund*innen und Verwandten,
Mitbewohner*innen, Gruppen, Initiativen, etc. weiter!

Wir freuen uns auf euch!

Liebe Grüße

Eure Summer Camp Orga

PS: Wenn ihr am Donnerstag nicht selbst kommen könnt, aber vor, auf
oder nach dem Camp mit anfasst, schreibt doch bitte eine Mail an
wellcomeunitedsummerschool@gmail.com und teilt mit, wann ihr
Helfer*innenschichten übernehmen könnt. Ohne euch können wir das
nicht schaffen!

——————————————————————————————————–

_(enlish:)_

Dear friends,

as most of you know, the we’ll come united alliance is hosting a big
anti-racist summer camp this year from July 5th to 8th 2018.
Preparations for this are in full swing. All that’s missing are you and
your friends! Because to make the camp a success, a lot of helping hands
are needed on site:

* From Monday 02 July the construction starts. Tents have to be
pitched, showers built, the technology set up, beds made, and all
further preparations made.
* During the camp from 5th to 8th July numerous helpers*will be used
for cooking, dishwashing, for shuttle service and transport, coffee
service, awareness, child care, and, and, and…
* After Sunday it’s not over yet, because it’s time to clean up! You
can stay until Wednesday July 11th or longer…

To inform you all about the possibilities of the assistance, to instruct
you and to divide you into the appropriate helper groups, there is at
the

THURSDAY, JUNE 14, 7 PM TO 10 PM

a helpermeeting at the

FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG-MUSEUM (FHXB), ADALBERTSTRAßE 95A, BERLIN
KREUZBERG, IN THE ATTIC FLOOR

Afterwards there will be dinner in the courtyard of the museum!

Come all you want to make this camp a success! Bring your friends and
relatives! Please forward this invitation and our flyer to all your
friends and relatives, roommates, groups, initiatives, etc.!

We are looking forward to meeting you!

Kind regards

Your Summer Camp Orga

PS: If you can’t come on Thursday, but you can help before, during or
after the camp, please write an email to
wellcomeunitedsummerschool@gmail.com and let us know when you can take
over helpers shifts. We can’t do this without you!

——————————————————————————————————–

_(français:)_

Chers amis,

comme la plupart d’entre vous le savent, l’alliance we’ll come united
accueille un grand camp d’été antiraciste cette année du 5 au 8
juillet 2018. Les préparatifs battent leur plein. Tout ce qui manque,
c’est toi et tes amis ! Parce que pour que le camp soit un succès, il
faut beaucoup d’aide sur place :

* A partir du lundi 02 juillet, la construction commence. Les tentes
doivent être montées, les douches construites, la technologie mise en
place, les lits faits, et toutes les autres préparations faites.
* Pendant le camp du 5 au 8 juillet, de nombreuses aides* seront
utilisées pour la cuisine, le lavage de la vaisselle, le service de
navette et le transport, le service de café, la sensibilisation, la
garde d’enfants, et, et, et, et, et, et, et, et…..
* Après dimanche, ce n’est pas encore fini, parce qu’il est temps de
nettoyer ! Vous pouvez rester jusqu’au mercredi 11 juillet ou plus
longtemps…..

Pour vous informer sur les possibilités de l’assistance, vous instruire
et vous diviser en groupes d’aide intérieur appropriés, il y a à
l’adresse suivante

JEUDI 14 JUIN, DE 19 H À 22 H

une réunion d’aide à l’Assemblée de l

FRIEDRICHSHAIN-KREUZBERG-MUSEUM (FHXB), ADALBERTSTRAßE 95A, BERLIN
KREUZBERG, DANS LE GRENIER.

Ensuite, il y aura un dîner dans la cour du musée !

Venez tout ce que vous voulez pour faire de ce camp un succès ! Amenez
vos amis et parents ! Veuillez faire parvenir cette invitation et notre
dépliant à tous vos amis et parents, colocataires, groupes,
initiatives, etc.

Nous nous réjouissons de vous rencontrer !

Meilleures salutations

Votre camp d’été Orga

PS : Si vous ne pouvez pas venir le jeudi, mais que vous pouvez aider
avant, pendant ou après le camp, écrivez-nous un courriel à
wellcomeunitedsummerschool@gmail.com et dites-nous quand vous pouvez
prendre en charge les quarts de travail. On ne peut pas faire ça sans
toi !

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Informationen, Webportale & Broschüren

Arbeitshilfe: Neuregelung des Unterhaltsvorschusses mit ausländerrechtlichen Sonderregelungen

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Arbeitshilfe: Passbeschaffung

Der Deutsche Caritas Verband hat eine Arbeitshilfe zum Thema Passbeschaffung erstellt. Wer ist verpflichtet einen Nationalpass zu beschaffen? Welche Aufenthaltstitel werden nur bei Vorlage eines Passes verlängert und wann werden deutsche Erstatzpapiere ausgestellt? Diese und weitere Fragen werden in der Übersicht beantwortet.

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Film: Türsteher Europas – Wie Afrika Flüchtlinge stoppen soll

In der Arte-Mediathek ist derzeit die 52-minütige Dokumentation
„Türsteher Europas – Wie Afrika Flüchtlinge stoppen soll“ verfügbar. Das ZDF
sendet die Doku in leicht veränderter Fassung am 16. August um 22.15 Uhr.
Sie basiert auf unserem Buch „Diktatoren als Türsteher“, das 2017 im Ch.
Links Verlag erschienen ist.

Zwischen November 2017 und Februar 2018 haben wir mit dem Regisseur Jan M.
Schäfer und Kameramann Thomas Schneider („Das Kongo-Tribunal“) in der
Elfenbeinküste, Burkina Faso, Niger, Senegal, Uganda, Sudan, Polen,
Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Deutschland gedreht.

Ab September wird es eine eigene Vorführversion des Films geben, die etwa
65 Minuten lang sein wird. Diese wird auf europäische „Presenter“
verzichten und mehr afrikanische Stimmen zu Wort kommen lassen, die es
nicht in die Fernsehfassungen geschafft haben.

Wir freuen uns sehr über Einladungen zu Veranstaltungen mit dem Film. Im
Oktober ist Simone Schlindwein in Deutschland und kann dabei sein. In
anderen Monaten ist es möglich, andere ProtagonistInnen des Films dazu
einzuladen.

Weitere Infos bitte nicht über diese Mailadresse sondern:
cjakob@uni-bremen.de.

Hier zunächst ein Trailer:
https://www.arte.tv/de/videos/078195-000-A/tuersteher-europas/
Ab morgen und bis zum 11. Juli ist der Film auch in der Mediathek zu sehen.

Hier nochmal der Link zu Buch:
http://www.christoph-links-verlag.de/index.cfm?view=3&titel_nr=959

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Gesetzesverfahren: Neuregelung des Familiennachzugs oder: »Familiennachzugsverhinderungsgesetz«

Am Montag gab es eine Sachverständigenanhörung zum Thema, ein Video-Mitschnitt der Anhörung ist hier verfügbar:
https://dbtg.tv/cvid/7241636

Die Stellungnahmen sind hier hinterlegt:
https://www.bundestag.de/ausschuesse/a04_innenausschuss/anhoerungen/03—08-06-2018/558526

Obwohl nahezu alle Sachverständigen Kritik am Gesetzentwurf äußerten – grundsätzlicher Natur oder zu den konkreten Detailregelungen -, haben die Koalitionsfraktionen in der gestrigen Innenausschusssitzung den Gesetzentwurf ohne jede weitere Änderung beschlossen. Nur eine Änderung gab es bereits zuvor – zur Verhinderung eines Nachzugs zu so genannten „Gefährdern“. Dieser Änderungsantrag und die Debatte und Abstimmung im Innenausschuss können der Beschlussempfehlung des Ausschusses entnommen werden:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/027/1902740.pdf

Der Gesetzentwurf der LINKEN zur Wiederherstellung des Rechts auf Familiennachzug zu subsidiär Geschützten (http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/025/1902515.pdf) wurde leider abgelehnt.

Nahezu zeitgleich hat die Bundesregierung die (ohnehin nur gemäßigten) Einwände und Vorschläge des Bundesrates zurückgewiesen:
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/027/1902702.pdf

Die endgültige Verabschiedung des Gesetzes soll im Bundestag morgen am Freitag ab ca. 11:15 Uhr erfolgen.

Infos:
http://familienlebenfueralle.blogsport.eu

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Gutachten: Überprüfung von Demokratieprojekten ist 
verfassungsrechtlich bedenklich

Verbände fordern vertrauensvolle Zusammenarbeit auf Basis von Qualitätsstandards
statt intransparenter Prüfung durch Geheimdienste

Die Sicherheitsüberprüfung von Demokratieprojekten durch Verfassungsschutzämter ist mit dem Verfassungsrecht nicht vereinbar. Zu diesem Ergebnis kommt ein von einem breiten Bündnis zivilgesellschaftlicher Initiativen – u.a. Bundesverband Mobile Beratung e.V. (BMB), Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e.V. (VBRG), Bundesarbeitsgemeinschaft Demokratieentwicklung (BAGD) sowie von betroffenen Trägern aus Hessen, darunter die Bildungsstätte Anne Frank – in Auftrag gegebenes juristisches Gutachten. Die Verbände fordern, die Förderung von Vereinen und Initiativen nicht an geheimdienstlichen Informationen von Verfassungsschutzämtern festzumachen. Vielmehr sollen Bund und Länder die Förderung an die gemeinsam mit den Bundesländern vereinbarten Qualitätsstandards sowie der bei Antragstellung vorliegenden Konzepte, Anträge und Verwendungsnachweise knüpfen.

Die Berliner Rechtsanwältin Dr. Anna Luczak, die das wissenschaftliche Gutachten erstellt hat, betont: „Die Grundrechtseingriffe, die einer Überprüfung und Versagung von Förderung aufgrund von Speicherungen beim Verfassungsschutz zugrunde liegen, sind verfassungsrechtlich nicht zu rechtfertigen. Sie sind auch nicht verhältnismäßig.“

„Trägervereine und Mitarbeitende in Beratungsstellen sowie in der politischen Bildung sehen sich aktuell einem Misstrauen ausgesetzt, das sie nicht nachvollziehen können. Es ist völlig intransparent, was über wen und warum von welchen Verfassungsschutzämtern gespeichert wird. Von diesen Überprüfungen dürfen weder Förderung noch Personalien abhängen“, sagt Timo Reinfrank, Geschäftsführer der Amadeu Antonio Stiftung, als Sprecher der BAGD, einem bundesweiten Zusammenschluss von Initiativen, die sich für eine demokratische Kultur im Gemeinwesen und gegen Rechtsextremismus einsetzen.

„Dass mittlerweile Menschen, die sich für Demokratie einsetzen, zunehmend als Extremisten verdächtigt und damit als Gefahr angesehen werden, zeigt, wie sehr der Diskurs durch Rechtspopulisten verschoben wurde“ sagt Bianca Klose, Sprecherin des BMB e.V. und Leiterin der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin. „Es ist absurd, wenn für unsere Teams jetzt offenbar die gleichen Zuverlässigkeitsüberprüfungen gelten sollen, wie sie für Beschäftigte in Atomkraftwerken oder der Flugsicherheit angelegt werden.“ Mehr als 40 Mobile Beratungsteams in ganz Deutschland sind in dem Verband vernetzt.

Die Verbände und Träger bekräftigen daher ihre Forderung nach einem sofortigen Ende der umstrittenen Praxis: „Diese geheimdienstlichen Überprüfungen müssen beendet werden. Die Mitarbeitenden und die Vereine werden dadurch in unzulässiger Weise in ihren Grundrechten beschränkt“, sagt Robert Kusche, Vorstandsmitglied des VBRG e.V., in dem bundesweit dreizehn unabhängige Beratungsstellen für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt zusammengeschlossen sind. „Wir unterstützen seit knapp zwei Jahrzehnten erfolgreich und professionell Betroffene rechter und rassistischer Gewalt sowie viele unterschiedliche Menschen in ihrem Engagement für Demokratie und Menschenrechte auf der Basis transparenter Standards und Leitlinien. Es gibt keinen Anlass und keine sachliche Grundlage für eine geheimdienstliche Überprüfung unserer Arbeit.“

Eine Zusammenfassung des Gutachtens sowie dessen vollständige Fassung (48 Seiten), können Sie hier als PDF herunterladen:
Komplettes Gutachten (48 Seiten)
Zusammenfassung des Gutachtens (3 Seiten)
Pressemitteilung als PDF-Datei (2 Seiten)

Für Rückfragen zum Gutachten steht Ihnen der Pressesprecher des Bundesverbands Mobile Beratung, Heiko Klare, zur Verfügung:
02 51/492-71 09
klare@bundesverband-mobile-beratung.de

Zum Hintergrund:
Ende 2017 kündigte die schwarz-grüne Landesregierung in Hessen an, künftig alle geförderten Demokratievereine vom Verfassungsschutz durchleuchten zu lassen. Erst nach breiten Protesten wurde die Ankündigung zurückgezogen.
http://m.fr.de/rhein-main/landespolitik/extremismus-ueberpruefung-erfolgreicher-aufschrei-a-1406805

Mitte Mai wurde überraschend bekannt, dass seit 2004 bundesweit bereits 51 Demokratieprojekte vom Verfassungsschutz überprüft wurden. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.
http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/020/1902086.pdf

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Interaktive Webseite: Erste Wege in Deutschland

Die junge Frau Nevin ist neu in Deutschland und muss viele Dinge alleine machen: Sie fährt zum Beispiel mit dem Bus, beginnt eine Arbeit und findet neue Freunde. In den Videos können Sie die Erlebnisse von Nevin sehen und Übungen dazu machen.

http://www.goethe.de/lrn/prj/wnd/deu/mse/deindex.htm

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Magazin: Neustadt Mag Vol 2

Liebe Freund*innen und Kolleg*innen,

ich möchte euch auf unsere Veranstaltung am 21.06. in dem Europa Haus (An der Magistrale 71) aufmerksam machen und herzlich dazu einladen.
Wir starten mit einer Performance und Vorstellung des Neustadt Magazins Vol#2 um 15.30 Uhr gegen 16.30 Uhr werden wir unsere Wünsche für Halle Neustadt in den Himmel senden.
Gerne könnt ihr auch schon 14.00 Uhr zur Grünen Villa (Am Treff 4, 06124 Halle-Neustadt) kommen, dort gibt es u.a. die Dingsda- Geschichtenmaschine der Kindertheatergruppe Bunte Frösche zu sehen und ab 15.00 Uhr eine Führung durch unseren schönen kleinen Garten.
Mit freundlichen Grüßen

Am: 21.06.2018 um 15.30 Uhr
Ort: An der Magistrale 71, 06124 Halle- Neustadt
Neuer Blick auf alte Ansichten- Die Magistrale als Ausgangspunkt für eine Fotoreise.
Postkartenmotive, versteckte Luftballons, Inszenierung von Wünschen….
Was mag ich an Halle Neustadt? Was wünsche ich mir für die Zukunft hier?

Neustadt Mag
An 15 Projekttagen von April bis Juni 2018 haben junge Erwachsene mit Fluchterfahrungen ihren neuen Lebensraum Halle- Neustadt mit Fotokameras erforscht und (neu) entdeckt. Momentaufnahmen, Alltagsästhetik und Inszenierungen wurden mit unterschiedlichen Fotoapparaten und technischen Raffinessen festgehalten.

Entstanden sind ein Posterheft, Postkarten und Sticker sowie viele viele eindrückliche Fotoaufnahmen von Architektur, Objekten, Menschen und Festen – die einen ganz eigenen Blick auf das Viertel werfen und Impressionen des dortigen Lebens zeigen.

Wir laden ein zu einer Ausstellung mit Performance und Magazinvorstellung in den Wohnblock (An der Magistrale 71) – der Ort an dem unsere Fotoreise begann.

Mit freundlichen Grüßen

Kathrin Lau & Katrina Blach

Kontakt:
kathrinlau@gmx.net
0176-24884879
www.kulturwerkstatt-halle.de

Ein Projekt des Aktionstheater Halle e.V. in Kooperation mit der Volkssolidarität Saale-Kyffhäuser e.V. / Europahaus und dem Verband der Migrantenorganisationen Halle (Saale) e.V. (VeMo).
Gefördert durch die Türkische Gemeinde in Deutschland in dem Programm Kultur macht Stark des Bundesministerium für Bildung und Forschung.

thumbnail of Einladung Neustadt Mag 2018

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Newsletter: Kompass-AntiRa-Newsletter für Juni 2018

 

„…Der Ansatz: einen in lokaler Praxis verankerten Gegenpol zu den national bis supranational verschärften Ausgrenzungspolitiken aufzubauen, gemeinsam getragen von progressiven Stadtverwaltungen und Akteuren der Zivilgesellschaft im Sinne der Charta von Palermo. Die Idee: Praktiken zu sicheren Häfen, sicherem Transit und der würdigen Aufnahme in die Stadtgesellschaften auszutauschen und weiterzuentwickeln. Das Ziel: Transnationale Korridore solidarischer Räume und des Ungehorsams gegen das Unrecht des Grenzregime einzurichten….“

Aus dem Kompass-AntiRa-Newsletter für Juni 2018, angehängt als Volltext und über folgenden Link als PDF mit einigen Graphiken.
Bitte gerne weiter verbreiten.

thumbnail of Kompass Juni 2018

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Urteil: Bayerischer Verwaltungsgerichtshof kippt Gebührenverordnung für Flüchtlinge

 

Bayerischer Flüchtlingsrat: „Der Bayerische Flüchtlingsrat begrüßt das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs gegen die bayerische Staatsregierung, die ohne reale Berechnungsgrundlage Phantasiegebühren erhebt, Erwerbseinkommen von Flüchtlingen abschöpft und die Sozialleistungskassen schröpft. Das Gericht schiebt der staatlichen Abzocke von Asylsuchenden in Bayern einen Riegel vor. Der Bayerische Flüchtlingsrat fordert die Staatsregierung auf, die zu Unrecht kassierten Unterkunftsgebühren zurückzuerstatten und endlich humane Mindeststandards für die Unterbringung zu erlassen und umzusetzen“.

Die PM gibt es hier: http://www.fluechtlingsrat-bayern.de/beitrag/items/mehr-als-eine-ohrfeige.html

Das Urteil hier: https://harald-thome.de/fa/redakteur/Harald_2018/BayVGH_vom_16-05-2018_Unterbringungsgebuehren.pdf

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Webseite: www.meine-berufserfahrung.de

 

Vor kurzem ist die Website www.meine-berufserfahrung.de zur Selbsteinschätzung beruflicher Kompetenzen online gegangen. Ziel dieses frei zugänglichen Online-Tools ist es, Nutzern die Möglichkeit zu geben in bisher acht (bald 30) Berufen einzuschätzen, mit welchen konkreten Handlungen eines deutschen Referenzberufs sie bereits vertraut sind und mit welchen nicht.

Die Selbsteinschätzung dauert nur fünf Minuten und kann in sechs Sprachen (Deutsch, Englisch, Arabisch, Farsi, Russisch und Türkisch) durchgeführt werden. Weitere Informationen finden Sie hier: www.bertelsmann-stiftung.de/meine-berufserfahrung

Damit die Zielgruppen (Arbeitssuchende, Geflüchtete, Hilfsorganisationen, Berater*innen) davon erfahren, schicke ich Ihnen zielgruppenspezifische Texte sowie Bilder für meine-berufserfahrung.de zu, mit der Bitte, diese über Ihre Internetseite, Ihre Newsletter, Blogs, Social Media Accounts und alle relevanten Partner zu verbreiten.

Darüber hinaus finden Sie unter folgendem Link einen Teaser zu meine-berufserfahrung.de: https://www.youtube.com/watch?v=si8Va9mtVoc
Auch dieses dürfen Sie gerne mit einbinden.

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Zahlen: Kirchenasyle 2017

Mehr als 1.500 Kirchenasylfälle in 2017
Berlin: (hib/STO) Im vergangenen Jahr sind dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 1.551 Fälle von Kirchenasyl gemeldet worden. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/023/1902349.pdf) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Danach lag die Zahl der gemeldeten Kirchenasylfälle im ersten Quartal 2018 bei insgesamt 507. Anhand der vorliegenden Meldungen gehe das Bamf davon aus, dass im Jahr 2017 in 1.478 Fällen und in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres in 498 Fällen eine anstehende Überstellung verhindert wurde.

Wie die Bundesregierung ferner ausführt, hat das Bamf im Februar 2015 mit Vertretern der evangelischen und der katholischen Kirche eine rechtlich nicht verbindliche Verfahrensabsprache zum Kirchenasyl getroffen. Die Absprache sieht vor, „dass besondere Härtefälle im Dublin-Verfahren von benannten Kirchenvertretern gesteuert und einer zentralen Stelle im Bamf im Rahmen des rechtlich Möglichen zur nochmaligen Überprüfung vorgelegt werden“. Bei den Kirchenasylfällen handelt es sich den Angaben zufolge „fast ausschließlich um Dublin-Verfahren, bei denen bewirkt werden soll, dass das Asylverfahren in Deutschland durchgeführt und von einer Überstellung in den eigentlich zuständigen Mitgliedstaat abgesehen wird“.

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Aufrufe und Kampagnen

19.06.2018:  Solidarischer Gutscheintausch + neuer Tauschort

Wer wieder Gutscheine tauschen möchte, kann dies bis kommenden Montag, 18.6. frühen Abend machen. (Geld abgeben) Wir tauschen am 19.6. in Merseburg dann um und ab Mittwoch können dann die Gutscheine abgeholt werden.

NEU NEU NEU

Der Weltladen unterstützt jetzt die Initiative. Auch dort können jetzt zu Ladenöffnungszeiten Geld abgegeben bzw. Gutscheine abgeholt werden. Das VL entfällt als Tauschort.

Die Tauschorte und ihre Öffnungszeiten:
Linker Laden – LiLa
Leitergasse 4 (Haltestelle Moritzburgring)
Öffnungszeiten:
Montag – Freitag 10:00 – 16:00 Uhr

Weltladen Halle an der Saale
Rannische Straße 18
(Haltestelle Franckeplatz)
Öffnungszeiten:
Montag – Freitag: 10:00 – 18:00 Uhr
Samstag: 10:00 – 14:00 Uhr

Alle aktuelle Infos findet ihr hier:
http://antiranetlsa.blogsport.de/gutscheintausch/

Und einen neuen schicken Flyer hier:
http://antiranetlsa.blogsport.de/images/Gutscheintausch_Infoblatt_Quer_print_Juni_2018.pdf

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Jetzt abstimmen: Roßlau rockt für Toleranz

Abstimmen unter: https://www.np-hilft.de/projekte/detail/rosslau-rockt-fuer-vielfalt-und-toleranz

Kurzbeschreibung des Projekts:

Roßlau rockt für Vielfalt und Toleranz, wir feiern für den Frieden!

Ein Video vom letzten Jahr:

https://www.youtube.com/watch?v=ccoX5MW98HY

Auch in diesem Jahr wird es wieder eine große Veranstaltung geben, die für alle kostenfrei zu besuchen ist und an der sich alle Menschen, die möchten beteiligen können.

Jeder, der ein Talent hat oder sich evtl. mit einem Stand, einer Attraktion oder Ähnlichem beteiligen möchte, kann das tun. Einzige Voraussetzung ist der Verzicht auf eine Gage und die Spende evtl. Verbrauchsmaterials.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder viel Musik und tolle Attraktionen.

Das Mitmachmuseeum ist da, die Lebenshilfe mit einem Fühlpfad, der Kinderzirkus Raxli Faxli, Kinderschminken mit offen.bunt.anders, etc.

Welche gesellschaftlich relevanten Themen und Zielstellungen greift das Projekt auf?

Die Veranstaltung ist frei und kostenlos zugänglich für Menschen alles Altersklasse, ganze Familie, etc.

Unabhängig von ihrer Herkunft, sozialen Schicht, sexuellen Orientierung, usw.

Auch die „Bühne“ ist, nach Voranmeldung, für alle Menschen, die etwas Vortragen möchten, offen.

Ziel ist die Begegnung unterschiedlichster Menschen in einem friedlichen Rahmen, die Belebung Roßlaus und damit der Abbau etwaiger Vorurteile.

Außerdem der Stärkung von Toleranz und Demokratie in der Bevölkerung.

Wie können andere von dem Engagement profitieren?

Besuchern wird die Möglichkeit gegeben, Bekanntschaften zu schließen. Auch mit Menschen, denen sie sonst im Alltag ehe nicht begegnen. Durch die Beteiligung am Projekt oder einem Vortrag auf der Bühne können Menschen positive Erfahrungen machen, unter anderem durch Rückmeldung von Besuchern, Erweitern eines Netzwerkes und positiver Anerkennung.

Sämtliche Einnahmen auf dieser Veranstaltung, z.B. durch Essen und Getränke, werden Gespendet.

Verbrauchsmaterial, Lebensmittel, Arbeitskraft, etc. werden gratis zur Verfügung gestellt.

Welche Aspekte des Engagements sind innovativ und können Vorbildcharakter für andere Projekte bzw. Vereine haben?

Vorbildcharakter für andere Veranstaltungen oder Vereine könnte der Anspruch der Offenheit sein. Der sich dadurch auszeichnet, dass die Veranstaltung keine spezielle Zielgruppe anspricht und auch für die besuchbar ist, die sich andere Veranstaltungen dieser Art nicht leisten können, da sie meist Eintritt kosten.

Die etwas „Semiprofessionelle“ Ausstattung. So gibt es keine Bühne, es wird nur auf der Wiese unter einem Pavillon gespielt.

Es gibt Wiener Würstchen und Limonade, keinen Alkohol, keine Zapfanlage oder hochwertige Gastronomieausstattung.

Die Möglichkeit für Vereine, Institutionen und Einzelpersonen sich vorzustellen und zu beteiligen.

Abstimmen unter: https://www.np-hilft.de/projekte/detail/rosslau-rockt-fuer-vielfalt-und-toleranz

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22.06. in Magdeburg: Frieden für Afghanistan! Abschiebungen stoppen! – Kundgebung mit Ausstellung und Kulturprogramm

22. Juni 2018 | 14:00 bis 17:00 Uhr

Alter Markt | Magdeburg

Afghanische Frauen, die in Sachsen-Anhalt leben, laden euch zur Kundgebung ein. Mit einer Open-Air-Ausstellung, Redebeiträgen, Musik und Tanz wollen wir die Lage in Afghanistan präsentieren und mit euch ins Gespräch kommen.

Wir fordern einen sofortigen Abschiebestopp nach Afghanistan. Denn Afghanistan ist nicht sicher. Durch Anschläge und Krieg verliert jeden Tag eine Mutter ihr Kind, ein Kind wird zum Waisen und eine Familie verliert eine Geliebte.

Mit dieser Aktion schließen wir uns dem bundesweiten Bildungsstreik gegen Abschiebungen am 22.6.18 an.

Diese Veranstaltung auf Facebook

Eine Veranstaltung von afghanischen Frauen Sachsen-Anhalts in Kooperation mit dem Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V., Miteinander e.V. und Borderless Solidarity.

تجمع با نمایشگاه و برنامه فرهنگی
به تاریخ ۲۲ جون ۲۰۱۸
ساعت :۲بجه ظهر الی ۵ بعد از ظهر
محل : الته مارکت
سازمان یافته توسط خانم های افغان ساکن زکسن انهالت
خانم های ساکن  در ایالت  زاکسن انهالت از شما جهت اشتراک در تجمع  وبازدید از برنامهای  فرهنگی  صمیمانه دعوت بعمل میاورند.
این تجمع در یک فضای کاملا باز  بوده که شامل بخش سخنرانی  ، ترانه، موسیقی افغانی و غذای افغانی بوده که بما فرصت میدهد تا حالت افغانستان را درمیان بگذاریم  و باهم هم کلام شویم .
تقاضای ما توقف اخراج اجباری به افغانستان است ،  زیرا در شرایط کنونی  فضای افغانستان امن نیست.
توسط انتحارات و انفجارات روزانه مادران  اولادهایشان را از دست میدهند،اطفال یتیم میشوند وفامیلها عزیزانشان را از دست میدهنذ

Gefördert durch die Partnerschaft für Demokratie der Landeshauptstadt Magdeburg durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ und Pro Asyl.

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Stellenauschreibungen und Förderungen

Sachsen-Anhalt: Engagementfonds

Die Netzwerkstelle Willkommenskultur fördert bereits seit 2015 mit dem Engagementfonds in Sachsen-Anhalt jene Privatinitiativen und gemeinnützigen Organisationen, die sich der Integration und Teilhabe von Geflüchteten und Zugewanderten annehmen.

Die Projekte sollen auf ehrenamtlicher nachbarschaftlicher Basis umgesetzt werden. Die Förderung beträgt maximal 2.500 Euro. Eine Antragstellung ist dauernd möglich.

https://www.lagfa-lsa.de/engagementfonds.html#faq

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djo-Förderung: »Grenzenlos Willkommen«

Der djo – Deutsche Jugend in Europa, Bundesverband e.V. fördert mit dem Programm „Grenzenlos Willkommen“ Mikroprojekte, in denen Ehrenamtliche mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen zum einen im kulturellen-, künstlerischen-, erlebnispädagogischen Bereich zusammenarbeiten. Zum anderen sind auch Aktivitäten zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe und Projekte zur politischen Bildung förderfähig.

Es wird ein Zuschuss in Höhe von 750 Euro gewährt. Zugleich können die Projekte mit einer Antragstellung bei der Aktion Mensch (Förderprogramm „Noch viel vor“) kombiniert werden.
https://www.djo.de/sites/default/files/uploads/2018/02/26/ausschreibung-foerderung-grenzenlos-willkommen-2018.pdf
Antragsschluss ist der 31. Juli 2018.

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Berater*in bei der Mobilen Opferberatung Sachsen-Anhalt

Der Verein Miteinander – Netzwerk für Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt e.V. ist seit 1999 als freier Träger der politischen Bildungsarbeit sowie der Beratung und Vernetzung von zivilgesellschaftlichen Initiativen gegen Rechtsextremismus und für Demokratie in Sachsen-Anhalt tätig.

In unserem Projekt „Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt“ ist ab 1. Juli 2018 eine Stelle als Berater*in in der Anlaufstelle Magdeburg zu besetzen.

Das Aufgabengebiet der Stelle umfasst:
    aufsuchende Beratung und Unterstützung von Betroffenen rechter, rassistischer, antisemitischer, trans- und homophober sowie sozialdarwinistischer  Gewalt
    Recherche zur Unterbreitung eines Unterstützungsangebots
    Arbeit mit Gruppen potenziell Betroffener und mit Kooperationspartner*innen
    fallbezogene Öffentlichkeitsarbeit
    Umsetzung und Weiterentwicklung von Konzepten und Handlungsstrategien gegen menschenverachtende Entwicklungen, zugeschnitten auf die spezifische Problemstellung der Opferberatung

Voraussetzungen:
    abgeschlossenes Studium oder vergleichbare Qualifikation im sozialen/ sozialwissenschaftlichen Bereich/ Psychologie/ Rechtswissenschaften
    Berufserfahrung und/oder einschlägige Beratungserfahrung
    fundierte Kenntnisse in einem oder mehreren der Themenfeldern: Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus, Empowerment, Flucht und Trauma
    Recherche- und Analysefähigkeit
    fundierte Kenntnisse in mindestens einer Fremdsprache
    Teamfähigkeit, inhaltliche und zeitliche Flexibilität, persönliches Engagement
    Fähigkeit zum selbständigen und strukturierten Arbeiten
    Bereitschaft zur Fort- und Weiterbildung

wünschenswert sind:
    interdisziplinäre Fachkenntnisse, insbesondere zu Straf- und Zivilrecht, Entschädigungsrecht, Beratung von traumatisierten Menschen
    PKW-Führerschein

Wir freuen uns besonders über Bewerbungen von Personen of Color und Menschen mit Migrationshintergrund oder Fluchtgeschichte.

Es handelt sich um eine Teilzeitstelle (30 Stunden/Woche). Die Vergütung erfolgt in Anlehnung an TV-L EG 10. Der Arbeitsort ist Magdeburg (und aufsuchend die Landkreise Börde, Jerichower Land, Salzlandkreis und Harz). Die Stelle ist zunächst bis zum 31. Dezember 2018 befristet. Eine Weiterbeschäftigung über den 31.12.2018 hinaus wird angestrebt.

Bitte senden Sie Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen ausschließlich per E-Mail bis zum 23. Juni 2018 an Mirko Wolff: wolff.rzn@miteinander-ev.de

Für Rückfragen steht Ihnen die Projektleitung der Mobilen Opferberatung, Antje Arndt, unter Tel. 0345/2267100 zur Verfügung. Nähere Informationen zur Arbeit finden Sie unter www.mobile-opferberatung.de und unter www.miteinander-ev.de

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Seminare, Workshops, Weiterbildungen

Fortbildung am 5.7.: DSGVO

Die Informationsveranstaltung zur neuen EU-Datenschutzgrundverordnung richtet sich explizit an Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe. Sie gibt einen Überblick zu den wichtigsten Änderungen im Sozialdatenschutz und Hinweise zu deren Umsetzung.

Termin:
05.07.2018, 10-12.00 Uhr
Kosten:
Keine
Am 25.05.2018 ist die EU-DSGVO unmittelbar in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in Kraft getreten. Welche Veränderungen ergeben sich daraus für den Sozialdatenschutz?

Inhaltliche Schwerpunkte:

Wesentliche Inhalte der EU-DSGVO
Anpassung des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) und der SGB an die EU-DSGVO
Auswirkungen der EU-DSGVO auf den Sozialdatenschutz
Systematik des Datenschutzrechtes
Maßnahmen zur Umsetzung der EU-DSGVO
Die Informationsveranstaltung richtet sich an die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere, wenn sie mit dem Datenschutz beauftragt sind bzw. beauftragt werden.

Anmeldungen sind mit dem ausgefüllten Anmeldeformular per Mail möglich. Alle weiteren Informationen erhalten Sie hier.

Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt
Landesjugendamt
Ernst-Kamieth-Straße 2
06112 Halle (Saale)
Fon: 0345.514 16 24
Mail: kathrin.stude@lvwa.sachsen-anhalt.de
Web: www.lvwa.sachsen-anhalt.de

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Training im September 2018: Fundraising für politische Projekte

Vom 14. bis 23. September 2018 findet das naechste „Fundraising-Training
fuer politische Projekte“ statt.
(Freitag, 14.09.2018 ab 18 Uhr bis Sonntag, 23.09.2018 um 16 Uhr)

Bei dem zehntaegigen Intensivtraining bekommt ihr einen Ueberblick ueber
Foerdermoeglichkeiten, lernt Faehigkeiten, die zum Antraegeschreiben und
-abrechnen gebraucht werden, und schreibt vor allem jede*r selbst einen
groesseren Antrag fuer euer Projekt. Zwischen der Arbeit an euren
Antraegen gibt es immer wieder Theorieinputs. Beim Entwickeln eurer
Projektidee und beim Schreiben werdet ihr von erfahrenen Coachs
begleitet, ausserdem bietet sich die Chance, sich mit den anderen
Teilnehmer*innen auszutauschen. In mehreren Korrektur-Lese-Phasen
bekommt ihr Rueckmeldungen zu euren Antraegen. So koennt ihr diese
laufend entwickeln und verbessern.

Wir wollen, dass mehr Menschen in der Lage sind, Geld fuer politische
Projekte zu organisieren – damit die Arbeit nicht wie oft an einigen
Wenigen haengen bleibt, um Wissenshierarchien abzubauen und damit
politische Projekte nicht am Geld scheitern. Das motiviert uns – denn
diese Probleme kennen wir auch aus den Gruppen und Projekten, in denen
wir aktiv sind.

Ausserhalb des Trainings koennen wir im Normalfall keine Beratung und
Unterstuetzung gewaehrleisten, deshalb wollen wir die neun Tage
moeglichst gut dafuer nutzen und eure Antraege soweit bringen, dass ihr
sie abschicken koennt. Stellt euch also auf ziemlich intensive und auch
anstrengende 10 Tage ein – mit dem Ziel mit moeglichst viel fuer euch
verwendbarem Material vom Seminar wegzufahren.

Ein Thema, das wir im Training zumindest auch anschneiden wollen, ist
ein kritischer Blickwinkel auf Foerdergelder, die Gefahren, die die
Abhaengigkeit von solchen mit sich bringen kann, und die Diskussion
moeglicher Umgangsweisen mit diesem Dilemma. Wir wollen nicht nur
Know-How zum Organisieren dieser Mittel weiter geben, sondern auch eine
selbstkritische Reflexion anregen.

Veranstaltungsort ist das Projekthaus Doebeln, zwischen Dresden,
Chemnitz und Leipzig gelegen. Die Anreise soll zum Freitag Abend, den
14. September bis 18 Uhr erfolgen, die Abreise ist am Sonntag, 23.
September ab 16 Uhr oder am Montag, 24. September moeglich. Wir
versorgen uns selbst und grundsaetzlich vegan. Es gibt die Moeglichkeit
auf Wunsch der Gruppe Vegetarisches dazu zu organisieren.

Finanzielle Beitraege werden nach Selbsteinschaetzung fuer Unterkunft,
Essen, Infrastruktur, Betriebskosten, Vorbereitung gezahlt – das
Training finanziert sich komplett aus euren Beitraegen, aber
solidarisch, so dass deine Teilnahme auf keinen Fall am Geld scheitert.

Die Nachfrage ist beim Fundraising-Training immer ziemlich gross und die
Plaetze sind begrenzt. Meldet euch daher moeglichst schnell und
verbindlich an. (Verbindlich heisst: ihr seid von Anfang bis Ende dabei
und falls doch etwas wirklich Wichtiges dazwischen kommen sollte, meldet
ihr euch fruehzeitig ab.) Wenn das Seminar voll ist, wird es eine
Warteliste geben, von der in der Reihenfolge der Anmeldung nachgerueckt
werden kann.

Um Tranzparenz zu gewaehrleisten, findet ihr viele konkrete Hinweise im
angehaengten Beipackzettel, wie Informationen zur Schlafsituation im
Projekthaus und Hinweise von Menschen, die fruehere
Fundraising-Trainings besucht haben. Lest ihn euch genau durch!

Wir sind gespannt und freuen uns auf das Training!

Anmelden per E-Mail an: fundraising@jugend-umweltbuero.info

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Meinungen und Meldungen

Proteste zur IMK vom 6.-8. Juni 2018

#jogimk2018 – AnKER lichten! Bleiberecht, volle Kraft voraus!

Anlässlich der Konferenz der Innenminister in Quedlinburg haben die Jugendlichen ohne Grenzen, zusammen mit dem Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt und Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage eine Woche lang Proteste, Workshops und kreative Aktionen in Halle und Quedlinburg realisiert. Hier die Pressemitteilungen als Übersicht:

Forderungen an die IMK: https://www.fluechtlingsrat-lsa.de/2018/06/pm-zur-innenministerkonferenz-in-quedlinburg/

Pressemitteilung zur Demonstration in Halle: https://www.fluechtlingsrat-lsa.de/2018/06/pm-jogimk2018-demonstration-fuer-bleibrecht-in-halle/

Proteste und Pressegespräch in Quedlinburg: http://konferenz.jogspace.net/2018/06/07/jog-aktion-am-ort-der-innenministerkonferenz-in-quedlinburg/

http://konferenz.jogspace.net/2018/06/07/pressegespraeche-bei-der-imk-in-quedlinburg/

Galaabend und die Wahl des Abschiebeministers:
http://konferenz.jogspace.net/2018/06/08/pm-jugendliche-waehlen-holger-stahlknecht-zum-abschiebeminister-2018/

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Kommentar zum vermeintlichen BAMF-Skandal

Kommentar von Thomas Hohlfeld
Der sogenannte BAMF-Skandal ist in Wahrheit ein „Tur Tur“-Skandal!

Es verhält sich nämlich wie mit dem Scheinriesen „Tur Tur“ in der Geschichte von Michael Ende: Je näher man die Dinge betrachtet, umso kleiner wird das angeblich riesenhaft Skandalöse. Von den Vorwürfen wie bandenmäßigem Vorgehen, hochkrimineller Energie, Bestechung, Korruption und dergleichen mehr wird am Ende wohl nicht mehr viel übrig bleiben – außer eine verhetzte Republik, in der trotz rückläufiger Asylzahlen mit aller Härte über die Abweisung von Schutzsuchenden an den deutschen Grenzen debattiert wird, als gälte es, wilde Horden abzuwehren.

DIE LINKE hat frühzeitig darauf hingewiesen, dass es kein Skandal sein kann, wenn im Ergebnis schutzbedürftige jesidische Flüchtlinge unkompliziert Schutz erhalten. Skandalös sind dementgegen die ausgeprägten und seit langem bekannten Qualitätsmängel im BAMF und daraus resultierende zehntausende fehlerhafte Bescheide, die von überlasteten Gerichten mühsam korrigiert werden müssen.

Bis heute ist unklar – m.E. eher unwahrscheinlich -, ob es in Bremen überhaupt strafrechtlich relevante Vorfälle gegeben hat.
Bereits in der letzten Woche kam infolge einer Frage von Ulla Jelpke (DIE LINKE.) heraus, dass die Bundesregierung bislang von keinem einzigen Fall (!) in Bremen weiß, in dem Asylsuchende über ihre Identität getäuscht hätten (siehe Antwort der Bundesregierung im Anhang). Es gab zwar Verfahrensfehler bei der Identitätsfeststellung (wie auch an anderen Orten in der Bundesrepublik), aber ob es Täuschungen gegeben hat, wird noch geprüft.
Die dpa berichtete hierzu am Samstag, Ulla Jelpke ordnete die Antwort ein:
https://www.idowa.de/inhalt.bremen-regierung-wissen-nicht-ob-asylbewerber-getaeuscht-haben.1721d476-8802-4357-a32f-ea295b9ce9fd.html

In den Medien, die zunächst tatkräftig an der Skandal-Trommel mitgedreht hatten, gibt es inzwischen mehr kritische und hinterfragende Berichte, die allerdings bei weitem nicht die Aufmerksamkeit erlangen wie die politisch angeheizte Hysterisierung der Vorgänge in Bremen vor nicht allzu langer Zeit – in die rechten Internetforen und Köpfe werden diese Korrekturen der ursprünglichen Meldungen wohl nicht mehr gelangen…

Lesens- und sehenswert ist etwa diese aktuelle Recherche zu Fehlern und Ungenauigkeiten des Internen Revisionsberichts des BAMF:
http://www.tagesschau.de/inland/bamf-bremen-revision-101.html
https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Zweifel-an-der-BAMF-Affaere,panoramadrei2846.html

Ulla Jelpke kommentierte dies gestern in einer Pressemitteilung: „Der eigentliche Skandal liegt in der Vorverurteilung der früheren Bremer BAMF-Chefin Ulrike B. und der voreiligen Behauptung, es seien tausendfach rechtswidrige Asylanerkennungen ergangen“, und weiter: https://www.ulla-jelpke.de/2018/06/stimmungsmache-gegen-asylrecht-beenden/

Auch in der ZEIT gibt es einen lesenswerten Artikel über die jahrelange „Austrocknung“ des BAMF, indem eindringlich geforderte Personalstellen und Geldmittel, etwa zur Modernisierung der antiquierten IT im BAMF, vom BMI bzw. der Großen Koalition fahrlässig und folgenschwer verweigert wurden:
https://www.zeit.de/2018/25/bamf-behoerde-fluechtlinge-asylverfahren-versagen-fehler

Dies deckt sich mit den Erkenntnissen der Sondersitzung des Innenausschusses vom letzten Freitag, in der der ehemalige Präsident des BAMF Dr. Manfred Schmidt genau diese politisch zu verantwortende systematische Unter-Ausstattung des BAMF und seine verzweifelten Versuche, auf diese Situation und die daraus resultierenden Gefahren aufmerksam zu machen, eindrucksvoll schilderte.
Dass diejenigen, die diese wahren Missstände im BAMF politisch zu verantworten haben, jetzt zugleich diejenigen sind, die sich am lautesten über angebliche Missstände in der liberalen und menschenfreundlichen Außenstellte des BAMF in Bremen aufregen, ist nur schwer erträglich.

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Kommentar zur Zurückweisung an der Grenze

Kommentar von Sascha Schießl

Der Streit zwischen Seehofer und der CSU auf der einen und Angela Merkel und der Mehrheit der CDU auf der anderen Seite geht in die nächste Runde. Seehofer heizt, die bayerische Landtagswahl vor Augen, die Debatte weiter an und fordert die Zurückweisung von Schutzsuchenden an den deutschen Außengrenzen. Dieser Alleingang würde auf eine Grenzschließung hinauslaufen und die Spaltung Europas weiter vorantreiben. Denn das Prinzip der Freizügigkeit in Europa, eine der Errungenschaften der EU, hängt unmittelbar mit der Übereinkunft zusammen, Fragen von Asyl und Flüchtlingsschutz auf EU-Ebene zu regeln. [Daher ist auch das Gerede von einer angeblichen „Grenzöffnung“ in 2015 völliger Unsinn. Die deutschen Außengrenzen sind seit Inkrafttreten des Schengen-Abkommens offen.] Nachfolgend sind einige Beiträge zusammengestellt, um die Debatte einzuordnen zu können.

Dana Schmalz, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Göttingen, erklärt, warum die von Seehofer und der CSU geforderten Zurückweisungen mit dem Europa- und dem Völkerrecht unvereinbar ist:

„Der Vorschlag, Asylsuchende doch einfach direkt an der Grenze abzuweisen, ist als politisches Material erstaunlich langlebig. Erstaunlich, weil das Recht dem Vorschlag so eindeutig entgegensteht. Das Europarecht steht ihm entgegen, in Form der Regelungen der Dublin-Verordnung. Wenn man die ändern oder missachten möchte, steht dem Vorschlag immer noch die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) entgegen, mit dem Verbot der Kollektivausweisung nach Art. 4 Zusatzprotokoll IV. Und falls die entsprechenden Fraktionen überlegen, aus der EMRK auszutreten, steht der Zurückweisung von Flüchtlingen an der Grenze auch noch die Genfer Flüchtlingskonvention und das Völkergewohnheitsrecht entgegen, mit dem Refoulement-Verbot und der deklaratorischen Natur der Flüchtlingsanerkennung. Insofern wäre politische Energie besser investiert, indem über rechtskonforme Vorschläge der Gestaltung von Flüchtlingsschutz diskutiert wird.
Dana Schmalz, Weshalb man Asylsuchende nicht an der Grenze abweisen kann, in: Verfassungsblog. On Matters Constitutional, 13. Juni 2018.

Fragen und Antworten zur Rechtslage hat die Süddeutsche Zeitung zusammengestellt:

„Über dem deutschen Recht steht in diesem Fall das europäische Regelwerk, nämlich die Dublin-III-Verordnung. Diese Europäisierung ist vom Grundgesetz – in Artikel 16 a – ausdrücklich gebilligt. Die Dublin-Verordnung sieht nun ein geregeltes Verfahren vor, das bestimmen soll, welcher Mitgliedstaat ein Asylverfahren zu übernehmen hat. Das ist etwa bei unbegleiteten Minderjährigen das Land, wo sie sich gerade befinden, es kann auch bei Erwachsenen der Staat sein, wo bereits Angehörige Schutz gefunden haben. In der Regel aber ist es das europäische Land, in das ein Flüchtling zuerst gekommen ist. Meist ist das Italien oder Griechenland. Der Flüchtling kann dann im sogenannten Dublin-Verfahren in den zuständigen Staat zurückgebracht werden – aber nach Lesart führender Migrationsrechtler nur im Zuge dieses Verfahrens, nur in diesen Staat und eben nicht in ein Transitland wie Österreich. Klappt die Rücknahme nicht innerhalb eines halben Jahres, bleibt das Verfahren im Staat, in dem sich der Flüchtling befindet – etwa in Deutschland. Benachbarte EU-Staaten gelten übrigens laut einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aufgrund der europäischen Auslegung der Gesetze eben nicht als „sicherer Drittstaat“.“
Gibt es ein Zurück?, in: Süddeutsche Zeitung Online vom 12. Juni 2018.

Die Einschätzungen der rechtlichen Lage fasst auch tagesschau.de zusammen:

„Eine Rückführung ist also nur möglich, wenn ein Migrant keinen Asylantrag stellt. „Die Schengen-Regeln sehen vor, jeden illegalen Aufenthalt zu beenden. Dazu muss aber eine gerichtlich anfechtbare Entscheidung erlassen werden“, so Hruschka.
Dabei müsse auch geprüft werden, ob die Person im Heimatland oder dem Zielland der Abschiebung der Gefahr einer Folter oder unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung ausgesetzt sein könnte. Dann wäre eine Abschiebung verboten.“
Zurückweisungen sind umstritten, in: tagesschau.de vom 13. Juni 2018.

Kern der EU-Verfahren zu Flucht und Asyl sind die Dublin-Regelungen. Diese sind aber gerade deshalb problematisch, weil sie den Staaten an den Außengrenzen die Verantwortung für die Aufnahme und Betreuung von Geflüchteten und die Durchführung von Asylverfahren zuschieben. Dazu Christian Jakob in der taz:

„Denn in Europa geht es nicht gerecht zu, nicht einmal ansatzweise. Das Recht der EU sagt: Diese 681.000 Flüchtlinge und Migranten [seit 2013] sind Italiens Problem. Gewiss: Viele Flüchtlinge zogen einfach trotzdem weiter. Doch das Grundproblem, die fundamentale Unwucht im europäischen Asylsystem, blieb. Immer wieder hatte Rom die EU gedrängt, daran etwas zu ändern. Doch es stieß auf taube Ohren.
Es war – nicht nur, aber maßgeblich – Deutschland, das die Regeln für die Flüchtlingsverteilung durchgesetzt und lange verteidigt hatte. Die Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Thomas de Maizière (CDU) haben Italien, auch als nach Deutschland kaum Flüchtlinge kamen – bis Mitte 2015 –, jedes Zugeständnis verweigert. Minister der Union, einer Partei, die sich der EU verpflichtet fühlt wie kaum eine andere, haben den Europaverächtern und den Rassisten Italiens so den Weg zur Macht mit geebnet.“
Italien allein gelassen, in: taz.de vom 14. Juni 2018.

Und noch einmal der Verfassungsblog, hier James C. Hathaway:

„There is no doubt that Italy (and to a much greater extent, Greece) has shouldered more than its fair share of refugees arriving to seek protection in Europe. Nor can it be doubted that Europe and the rest of the world have acted too slowly and undependably to share-out what is in principle a common responsibility to protect refugees, thus fueling frustration and even anger. The EU’s absurd “Dublin Regulation” rule that allocates nearly all protection duties to the first country in which a refugee arrives is both unprincipled and cruel. So while nothing can justify Italy’s flagrant breach of the duty to facilitate speedy disembarkation of those rescued, its determination to force a redistribution of responsibility is perhaps more comprehensible.
James C. Hathaway, Refugees in Orbit – again!, in: Verfassungsblog. On Matters Constitutional, 11. Juni 2018.

Was würde also passieren, wenn Deutschland seine Grenzen schließen und Schutzsuchende abweisen würde? Österreich würde nachziehen, weitere Staaten ebenso. Dann blieben für Italien und Griechenland nur zwei Optionen: Alle Geflüchteten selbst aufnehmen und versorgen, wozu die italienische Regierung, die aus Populisten und Rechtsextremen besteht, ganz offenbar nicht mehr bereit ist,  oder sich entlang der eigenen Außengrenzen noch mehr abschotten, etwa mit Grenzanlagen entlang der Küsten. Schon jetzt hat die italienische Regierung ihre Häfen für die Aquarius der NGO SOS Méditerranée gesperrt. Die Abweisung weiterer Schiffe der Seenotretter_innen ist sehr wahrscheinlich. Augenblicklich wartet die Sea-Watch 3 der NGO Sea-Watch auf die Zuweisung eines Hafens. Setzt sich die Kriminalisierung der NGOs fort und wird keine europäische Lösung für die Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen gefunden, wird die Zahl der Toten im Mittelmeer weiter steigen.

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Ungarn: Menschenrechte und NGOs unter Druck

Am 29.5.2018 legte die ungarische Regierung die dritte Version des sogenannten »Stop Soros «-Gesetzespakets dem Parlament vor. Es handelt sich dabei um einen scharfen Angriff auf die ungarische Zivilgesellschaft. Verteidiger von Menschen- und Flüchtlingsrechten müssten aufgrund ihrer Arbeit mit Inhaftierungen rechnen.

Alle Hintergründe:
https://www.proasyl.de/news/orbans-gesetzespaket-setzt-menschenrechte-und-zivilgesellschaft-unter-druck/

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