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PM Abschiebung nach Afghanistan – an Absurdität nicht zu überbieten

[26.03.2018 ]
Gemeinsame Pressemitteilung der Flüchtlingsräte Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Wieder werden Menschen in das Kriegsgebiet Afghanistan abgeschoben.

Abschiebung nach Afghanistan – an Absurdität nicht zu überbieten

Heute soll die zweite Abschiebung vom Flughafen Leipzig/ Halle nach Afghanistan erfolgen. Wenn auf Anschläge Abschiebungen folgen, ist die Absurdität auf das äußerste Maß ausgedehnt. Eine Absurdität mit fatalen Folgen. Die Menschen, die heute abgeschoben werden, werden in Lebensgefahr gebracht. 

Anschlag in Afghanistan. Abschiebung nach Afghanistan. Das sind die Schlagzeilen, wenn es um dieses Land geht. Und es ist ein Irrwitz, in welch kurzen Abständen diese Schlagzeilen aufeinander folgen. Letzte Woche werden beim afghanischen Neujahrsfest Naurus mindestens 26 Menschen durch einen Anschlag in Kabul getötet, heute sollen Menschen genau dahin abgeschoben werden. „Worte sind für diesen seit Dezember 2016 laufenden Wahnsinn nur noch schwer zu finden. Wie erklären sich das die verantwortlichen Politiker*innen? Glauben sie wirklich an inländische Fluchtalternativen? Wo weite Teile des Landes unter der Herrschaft von IS oder Taliban stehen? Wo ihnen die Vereinten Nationen und Nichtregierungsorganisationen immer wieder widersprechen? Das sind willfährige Abschiebungen in ein Kriegsgebiet. Abschiebungen, die tödlich enden können.“ kommentiert Stefanie Mürbe für den Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V. Im Mai vergangenen Jahres kam ein abgeschobener, junger Mann bei einem Angriff der Taliban in Herat um.

Bundesregierung bastelt sich die Wahrheit, wie sie ihr gefällt

Die Bundesregierung spricht davon, ausschließlich Straffällige, so genannte Gefährder*innen und Menschen, die über ihre Identität täuschen, abzuschieben. „Wie oft hat der Bayerische Flüchtlingsrat e.V. das schon widerlegen können? Diese verlogene Rhetorik muss aufhören. Sie relativiert humanitäre Verpflichtungen, die für alle Schutzsuchenden gelten.“ fügt Mark Gärtner vom Sächsischen Flüchtlingsrat e.V. hinzu. Humanitäre Verpflichtungen, mit denen Kirchen, NGOs und Wohlfahrtsverbände sei Dezember 2016 gegen Abschiebungen nach Afghanistan argumentieren.

Die heutige Abschiebung ab Leipzig/ Halle ist die zweite, die von dort vollzogen wird. Bisher wurden zwei Personen aus Sachsen und drei Personen aus Sachsen-Anhalt nach Afghanistan abgeschoben. Bundesweit waren es zwischen Dezember 2016 und Februar 2018 174 Menschen, die in das Kriegsgebiet zurückgeführt wurden.

Kontakt:
Sächsischer Flüchtlingsrat e.V.
-Öffentlichkeitsarbeit-
Mark Gärtner
Tel.: 0351 / 33 23 55 94
Mail: pr@sfrev.de

Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V.
Stefanie Mürbe
Tel.: 0391 / 50549613
Mail: info@fluechtlingsrat-lsa.de


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