PM Flüchtlingsgruppen und Willkommensinitiativen in Sachsen-Anhalt: 
»Zusammenhalt ist auch eine politische Aufgabe«

Halle, 27.04.2017

Am 22. April 2017 fand das zweite landesweite Vernetzungstreffen der Flüchtlingsinitiativen in Sachsen-Anhalt statt. Auf Einladung des Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V. kamen mehr als 40 Vertreter_innen der ehren- und hauptamtlichen Flüchtlingshilfe aus ganz Sachsen-Anhalt zusammen, um gemeinsam über aktuelle Themen der Asyl- und, Migrations- und Integrationspolitik zu diskutieren und Standpunkte auszubilden.

Der Fokus des Treffens bestand in der Beschäftigung mit dem Thema Abschiebungen aus der Bundesrepublik und insbesondere auch aus Sachsen-Anhalt. Dabei wurden sowohl Möglichkeiten der kritischen Begleitung und Auseinandersetzung mit konkreten Abschiebungen, als auch der persönliche Umgang mit emotionalen Verlusten besprochen. Zudem wurde über die Arbeit der Härtefallkommission des Landes informiert.

»Die Chance auf Integration ist nur dann gegeben, wenn Menschen in Deutschland eine Perspektive sehen«, fasste ein Teilnehmer seine Eindrücke zusammen. Georg Schütze, Sprecher des Flüchtlingsrats, ergänzte: »Wir nehmen zunehmende Beschneidungen genau dieser nötigen Perspektiven wahr. Nachdem die Möglichkeiten fairer Asylverfahren seit Oktober 2015 zunehmend gesetzlich eingeschränkt wurden, erleben wir aktuell einen regelrechten Abschiebewahnsinn. Menschen, die hier eine Zukunft sehen, wird dadurch alles genommen.«

Daneben war auch der soziale Zusammenhalt ein zentrales Thema des Treffens. Geflüchtete und Nicht-Geflüchtete setzen sich gleichermaßen für ein konstruktives und solidarisches Miteinander ein. Darin werden sie immer wieder durch äußere Faktoren behindert. Neben politischen und behördlichen Hürden – nicht zuletzt durch das zwangweise Auseinanderreißen bei Abschiebungen – spielen auch persönliche Hürden der Kapazitäten und Kommunikation eine Rolle. Der hohe Grad an Belastung resultiert dabei zunehmend aus der mangelnden gesellschaftlichen Unterstützung und Anerkennung. Eine Teilnehmerin äußerte sich kritisch: »Ich persönlich wünsche mir mehr Vertrauen, mehr Respekt und mehr Rückhalt für das Engagement. Zusammenhalt zu schaffen, ist nicht nur eine Aufgabe der Zivilgesellschaft, sondern auch der Politik.«

Viele Teilnehmer_innen der Veranstaltung sahen im Treffen eine willkommene Möglichkeit, die eigene, lokale Perspektive zu erweitern und wünschten sich weitere Treffen im selben Format.

Eine Fotodokumentation des Treffens ist auf der Webseite des Flüchtlingsrats bereitgestellt:

Dokumentation des Vernetzungstreffens am 22.04.2017

Pressekontakt:

Georg Schütze, 0345 44 50 25 21, georg.schuetze@fluechtlingsrat-lsa.de

170427 pm vernetzungstreffen


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