PM 21.3.16 Für ein menschenwürdiges Ankommen, Wohnen und Leben geflüchteter Menschen in Sachsen-Anhalt

Pressemitteilung, 21.3.2016

Für ein menschenwürdiges Ankommen, Wohnen und Leben geflüchteter Menschen in Sachsen-Anhalt

Neue Broschüre des Flüchtlingsrates fordert Weiterentwicklung der Unterbringungsleitlinien und macht konkrete Vorschläge für ein umfassendes Aufnahme- und Integrationskonzept

Die Aussetzung der Leitlinien zur Unterbringung von Geflüchteten durch die Kommunen endet am 1. Mai 2016. Stefanie Mürbe, Sprecherin des Flüchtlingsrates Sachsen-Anhalt fordert: „Das Land muss endlich wieder dafür sorgen, dass die Mindeststandards bei Wohnen und Betreuung eingehalten werden. Zugleich bedarf es gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Situation neuer Konzeptionen für die menschenwürdige Aufnahme, Unterbringung sowie ein selbstbestimmtes Leben geflüchteter Menschen.“

Die neue Broschüre des Flüchtlingsrates ist ein Beitrag zur Weiterentwicklung der bis dato unverbindlichen Leitlinien hin zu einer verbindlichen und umfassenden Regelung. Ziel und Zweck müssen dabei die menschenwürdige Unterbringung und Behandlung sein, sowie die Stärkung der Rechte geflüchteter Menschen. Nur so ist gesellschaftlicher Zusammenhalt und Teilhabe möglich.

Die Broschüre überprüft die Bestimmungen der Leitlinien daraufhin, ob sie ausreichend sind, um in den sogenannten Gemeinschaftsunterkünften menschenwürdige Bedingungen für die Geflüchteten zu schaffen. Darüber hinaus werden konkrete Forderungen mit dem Ziel eines umfassenden Unterbringungs- und Integrationskonzepts formuliert. Anhand guter Beispiele werden Umsetzungsvorschläge für ein solches Konzept in die politische Diskussion eingebracht.

Zentrale Forderungen sind:
– Verbindliche Mindeststandards für alle Formen der Unterbringung
– vorrangige Unterbringung in Wohnungen in der Mitte der Gesellschaft
– Entwicklung eines umfassenden Integrationskonzeptes, das die Selbstbestimmung der Geflüchteten in den Fokus nimmt
– Etablierung eines unabhängigen Beschwerdemanagements

„Bei einem so großen Wohnungsleerstand wie in Sachsen-Anhalt ist es komplett unverständlich, warum Geflüchtete vorrangig in Gemeinschaftsunterkünften leben müssen. Zahlreiche Studien und Praxisbeispiele beweisen, dass das beste Mittel für gesellschaftliche Akzeptanz und Selbstbestimmung das Wohnen inmitten der Gesellschaft ist.“, gibt Stefanie Mürbe zu Bedenken.

Zur Broschüre <http://www.fluechtlingsrat-lsa.de/downloads/fluera_Ankommen_Wohnen_Leben.pdf>

Pressekontakt: Stefanie Mürbe | Tel.: 0391/5371281 | 0157/73116732

160321_PM FR LSA_Broschüre zur Unterbringung Geflüchteter


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