[AFRICAVENIR] Neuerscheinung Dossier „Flucht und Migration – Afrikanische Perspektiven“

[AFRICAVENIR]:

Liebe Freund*innen,

Slowenien, Serbien, Kroatien und Mazedonien schließen ihre Grenzen, die AfD erzielt bei den Kommunalwahlen in Hessen zum Teil mehr als 15% der Stimmen und wird damit mancherorts drittstärkste Kraft, erneut sterben Menschen bei einem Bootsunglück in der Ägäis und die Zustände im Lager Idomeni verschlechtern sich weiter drastisch. Das sind nur einige der wichtigsten Nachrichten zum Thema Flucht der letzten sieben Tage. Hinzu kommen die täglichen Nachrichten über rassistische Ausschreitungen gegenüber Geflüchteten wie zuletzt in Clausnitz, Heidenau oder Salzhemmendorf sowie die andauernden Aktionen von Pegida und deren Ablegern.

Obwohl das Thema Flucht und Migration zum Hauptthema aktueller gesellschaftlicher und politischer Debatten geworden ist, werden tatsächliche Fluchtursachen jedoch nur selten thematisiert. Deutsche Waffenexporte, westliche Rohstoffpolitik, globale Umweltzerstörung – Europa trägt Mitverantwortung dafür, dass viele Menschen in Afrika ihre Länder verlassen müssen.

Doch diese Zusammenhänge werden im oft einseitig und ahistorisch geprägten europäischen Diskurs um Flucht und Migration kaum reflektiert. Um diesem Trend etwas entgegen zu setzen, ist in dieser Woche das in Kooperation mit dem Südlink entstandene Inkota-Dossier „Flucht und Migration – Afrikanische Perspektiven“ erschienen. Es kommen v.a. afrikanische Autor*innen zu Wort, die sich mit bisher wenig behandelten Themen wie der Situation Geflüchteter Frauen in Deutschland, dem Zusammenhang zwischen Flucht und Ölproduktion im Nigerdelta, oder Theater als Form des Widerstands gegen die europäische Abschottungspolitik beschäftigen. Das Dossier bietet somit nicht nur gegen die derzeit lauter werdende rechte Hetze, sondern auch die Einwanderungspolitik der EU Argumente – entstanden ist ein Plädoyer für Bewegungsfreiheit und Menschlichkeit.

Das Dossier kann ab sofort unter k.schroeder(at)africavenir.org bestellt werden und kostet 2,50 € (zzgl. Versand).
Es erschien zudem als Teil des aktuellen Südlink, der hier <http://www.inkota.de/material/suedlink-inkota-brief/175-flucht-und-migration/>bestellt werden kann.

Inhaltsverzeichnis  Dossier „Flucht und Migration – Afrikanische Perspektiven“

Tidiane Kassé: Afrika und die Dramen der Migration. Die Migrationsbewegung nach Europa wird niemals aufhören.
• Ein Gespräch mit Alassane Dicko aus Mali: »Es geht um Geben und Nehmen«. Zirkuläre Migration als Entwicklungsmodell in Westafrika und die fatalen Folgen der repressiven Einwanderungspolitik der Europäischen Union.
Bethi Ngari: Von der Gesellschaft isoliert. Die Probleme und Kämpfe Geflüchteter aus der Perspektive von Frauen.
Christian Jakob: Zeit der Rekorde. Weltweit befinden sich derzeit 60 Millionen Menschen auf der Flucht. Nur ein kleiner Teil von ihnen kommt nach Europa.
• »Ich habe darüber gesprochen«. In Gambia und anderen afrikanischen Ländern ist weibliche Genitalverstümmelung ein Fluchtgrund. Nur wenige trauen sich, dagegen anzugehen. Eine von ihnen ist Bintou Bojang.
• »Grenzen erzeugen Missverständnisse«. Ohne Bewegungsfreiheit entstehen sowohl im globalen Norden als auch im Süden Vorurteile. Ein Gespräch mit Riadh Ben Ammar.
Rex Osa: »Wir sind hier, weil Ihr unsere Länder zerstört«. Durch Waffenexporte in Konfliktgebiete verschärft Deutschland eine wichtige Fluchtursache.
Peter Donatus: Ökozid im Nigerdelta. Westliche Rohstoffpolitik ist in Nigeria eine Ursache für Flucht und Migration.
Usha Ziegelmayer: »Mein Haus liegt im Meer«. Über den Zusammenhang von Umweltwandel und Migration im Südosten Ghanas.
Mai Shutta: »Ich bin weiterhin dabei«. Für Menschenrechte aktiv – im Sudan wie im deutschen Exil.
Enoka Ayemba: Zwischen uns das Mittelmeer. Flucht und Migration sind beständige Themen im afrikanischen Film.
Michael Krämer und Tobias Lambert: Flucht im Fokus. Bücher von und über Geflüchtete thematisieren die fatalen Folgen der europäischen Abschottungspolitik.

Mit freundlicher Unterstützung der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit und von Engagement Global.


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