Newsletter »Flüchtlingshilfe und antirassistisches Ehrenamt in Sachsen-Anhalt« 1/2016

[1] Familiennachzug für Syrer_innen
[2] Modellprojekte zum Thema Flucht seitens der BpB ausgelobt
[3] Solidaritätsaufruf einer kosovarischen Familie aus Magdeburg
[4] Stellenausschreibung der MBR Berlin
[5] Informationsblätter der MoB Sachsen-Anhalt

[1] Internetportal zum Familiennachzug für Syrer_innen nun In Betrieb: Nach Mitteilung des Auswärtigen Amtes ist das angekündigte Webportal zum Familiennachzug zu syrischen Schutzberechtigten nun eingerichtet und steht im Internet zur Verfügung.

Es ist abrufbar unter

https://familyreunion-syria.diplo.de/

Das Portal kann auf Deutsch, Englisch und Arabisch angezeigt und von Schutzberechtigten, Antragstellern des Familiennachzugs zum syrischen Schutzberechtigten sowie Unterstützerorganisationen genutzt werden. Es enthält eine Funktion zur Stellung der fristwahrenden Anzeige, von der das Auswärtige Amt eine spürbare Entlastung der Auslandsvertretungen wie auch der Ausländerbehörden erwartet.

Die Ausländerbehörden werden gebeten, das beigefügte Informationsblatt (siehe Anhang) an anerkannte Schutzberechtigte ausgehändigt und ggfs. in ihre Onlineauftritten einzustellen. Es informiert über die Nutzung des Portals und den Ablauf des Visumverfahrens.

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[2] Die Bundeszentrale für politische Bildung lobt Mittel für Modellprojekte zum Thema Flucht aus: 

bpb fördert Modellprojekte zum Thema Flucht

Gemeinnützige Organisationen können sich bis zum 31. Januar 2016 um Fördersummen zwischen 20.000 und 50.000 Euro bewerben

Sehr geehrte Damen und Herren,

für die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb bleibt das Thema Flucht und Asyl auch 2016 ein Schwerpunkt ihrer Arbeit. Im kommenden Jahr können in diesem Themenfeld mindestens 20 Modellprojekte mit Summen zwischen 20.000 und 50.000 Euro durch die bpb gefördert werden.

Mit den geförderten Maßnahmen soll die intensivere Aufarbeitung und Auseinandersetzung mit den komplexen Themen für unterschiedliche Zielgruppen ermöglicht werden. Förderfähig sind zum Beispiel Fortbildungen und ! Qualifizi erungsangebote für Multiplikatoren wie Lehrkräfte, Bildungsträger, ehrenamtlich Engagierte sowie lokale Akteure, aber auch Diskussionsveranstaltungen und politische Bildungsangebote für Geflüchtete.

Die eingereichten Projekte müssen für mindestens sechs Monate im Zeitraum 1. März 2016 bis 31. Dezember 2016 durchgeführt werden und sollten eine langfristige Wirkung anstreben. Zudem sind messbare Projektziele zu benennen. Anträge können gemeinnützige Organisationen mit Sitz in Deutschland stellen, natürliche Personen sind nicht antragsberechtigt.

An der Förderung interessierte Organisationen müssen ihre Bewerbung mit dem auf der bpb-Website zur Verfügung gestellten Antragsformular bis zum 31. Januar 2016 per Post bei der bpb einreichen. Für die Einhaltung der Frist ist der Zeitpunkt des Posteingangs entscheidend. Per E-Mail eingereichte Anträge werden n! icht ber FCcksichtigt. Die Auswahl der Projekte erfolgt durch einen Projektbeirat. Die Bewilligung wird bis zum 20. Februar 2016 mitgeteilt.

Ausführliche Informationen und das Antragsformular finden Sie unter: "www.bpb.de/217672/" (Diese Seite ist mittlerweile leider nicht mehr verfügbar)

Kontakt für inhaltliche Rückfragen:
Bundeszentrale für politische Bildung
Anya Mittnacht
Leiterin Fachbereich Förderung
E-Mail: anya.mittnacht@bpb.bund.de

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Kraft
- Leiter Stabsstelle Kommunikation -

Bundeszentrale für politische Bildung
Stabsstelle Kommunikation
Adenauerallee 86
53113 Bonn
Tel +49 (0)228 99515-0
Fax +49 (0)228 99515-293
info@bpb.de
www.bpb.de


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[3] +++ Djulieta und ihre Kinder sollen in wenigen Tagen abgeschoben werden +++ Willkommenskultur in Sachsen-Anhalt heißt Minusgrade und Obdachlosigkeit +++ Ein Aufruf für Bleiberecht und Solidarität +++

Djulieta und ihre vier Kinder sind eine Roma-Familie aus dem Kosovo. Weil sie dort auf der Straße leben mussten und keinerlei Hilfe erhielten, floh die kleine Familie nach Serbien. Auch dort waren sie zur Obdachlosigkeit verdammt und lebten in ständiger Angst vor Überfällen. Djulieta erzählte kürzlich, dass sie sich nicht mehr in die Stadt traute, weil man ihr mit Entführung gedroht hatte. 2013 floh die Familie weiter nach Deutschland. "Ich möchte doch nur eine Zukunft für meine Kinder. Sie sollen nicht länger auf der Straße leben müssen, sondern zur Schule gehen können und irgendwann arbeiten.", beschreibt die junge Mutter ihre damalige Situation. Seit drei Jahren leben sie nun in Magdeburg und haben hier ein neues Zuhause gefunden. Die beiden älteren Kinder (8 und 10 Jahre alt) gehen in die Schule und besuchen Breakdance- und Theaterkurse. Sie haben Freundschaften geschlossen und können sich an das Leben im Kosovo kaum noch erinnern. Die jüngsten Kinder (2 und 5 Jahr
e alt) sind noch Zuhause und warten auf einen Kita-Platz. Djulieta hat schnell deutsch gelernt und nimmt seit Kurzem an dem Projekt "Migrant_innen in dualer Ausbildung" teil, welches die Arbeitsmarktintegration von Asylbewerber*innen unterstützen soll. Doch Djulieta und ihre Kinder sollen in den nächsten Tagen nach Serbien abgeschoben werden. Aufgrund der Regelung zu den sicheren Herkunftsländern wurde ihr Asylantrag abgelehnt. 

"Dort landen wir auf der Straße und dann?"

Die Familie hat große Angst, denn es gibt keinen Ort, wo sie hingehen könnte. "Dort landen wir auf der Straße und dann?", fragt die alleinerziehende Mutter. Derzeit sind zwei der Kinder schwer krank und benötigend dringend Medizin und ärztliche Versorgung. Sie leiden unter Atemwegserkrankungen, die womöglich im Zusammenhang mit einer schimmeligen Wohnung stehen, in der sie bis vor Kurzem noch gelebt haben.

Die Zeit drängt! Die Familie ist auf jede Hilfe angewiesen! Derzeit suchen Freund*innen von Djulieta ein Kirchenasyl und hoffen, der gut integrierten Familie etwas Zeit zu verschaffen, bis der Aufenthaltsstatus erneut geklärt werden kann. Dafür werden dringend Spenden gesucht. Wir bitten alle Menschen darum, sich solidarisch zu zeigen, den Aufruf zu teilen und fleißig Spenden zu sammeln.

Spendenkonto
Empfänger: Verein zur Förderung antirassistischer Arbeit in Sachsen-Anhalt n.e.V.
IBAN: DE76 8005 3762 1894 0553 02
BIC: NOLADE21HAL
Verwendungszweck: Djulieta A.

Petiton:
"www.change.org/p/innenministerium-des-landes-sachsen-anhalt-keine-abschiebung-von-djulieta-und-ihren-kindern" (Diese Seite ist mittlerweile leider nicht mehr verfügbar)

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[4] Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin schreibt drei Stellen aus, die sich mit aktuellen Entwicklungen zu asylfeindlichen und rassistischen Mobilisierungen widmen werden (siehe auch Anhang): 
www.mbr-berlin.de/wp-content/uploads/2015/12/Stellenausschreibung_2016-VDKe.V.-MBR.pdf

[5] Die Winterausgabe der »informationen« der Mobilen Opferberatung ist erschienen, diesmal mit dem Themenschwerpunkt »Untersützung für Geflüchtete«. Von besonderem Interesse sollte auch die mehrsprachige Beilage »Was tun nach rassistischer Gewalt« sein.

Die »inforamtionen«: http://www.mobile-opferberatung.de/doc/news/informationen_50.pdf
Beilage: http://www.mobile-opferberatung.de/doc/news/beilage_was_tun_nach_rassistischer_gewalt.pdf

Geflüchtete, die neu in Deutschland und Sachsen-Anhalt ankommen, erfahren nicht nur Solidarität sondern leider oftmals auch rassistische Beleidigungen, Anschläge auf ihre Unterkünfte und körperliche Gewalt.

Damit Betroffene schnellstmöglich die wichtigsten Informationen über ihre Rechte und Unterstützungsmöglichkeiten nach einem rassistischen Angriff erhalten, haben wir zu der aktuellen Ausgabe der "informationen"
der Mobilen Opferberatung (Nr. 50) einen Infoflyer "Was tun nach rassistischer Gewalt?" in sieben Sprachen (deutsch, englisch, französisch, arabisch, farsi, somali, russisch) erstellt.

Dabei sind wir auf Ihre und Eure Mithilfe bei der Verbreitung angewiesen! Die einzelnen Sprachen können auf jeweils einer A4-Seite ausgedruckt werden. Die Beilage kann aber auch kostenlos in Druckform unter der Emailadresse opferberatung.sued@miteinander-ev.de bestellt werden.

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Neuanmeldungen, Abmeldungen, Verbesserungsvorschläge, Tipps und Heinweise bitte an: news@fluechtlingsrat-lsa.de

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