Spendenaufruf für Haile Shushay

Am 27.5.2015 wurde in den frühen Morgenstunden eine Abschiebung in Magdeburg verhindert. Mehr als 80 Magdeburger*innen, darunter zahlreiche Geflüchtete, hatten sich gegen 1 Uhr vor dem Heim in Westerhüsen versammelt und somit den Eingang versperrt. Der 21-jährige Haile Shushay sollte aufgrund der Dublin-Verordnung nach Italien abgeschoben werden. Haile Shushay wurde in einem kleinen Dorf in Eritrea geboren und wuchs dort mit vier weiteren Geschwistern auf. Die Eltern waren einfache Bauern. Sushay begann mit 7 Jahren auf dem Feld zu arbeiten. Mit 18 Jahren sollte er den Militärdienst bei der nationalen Armee beginnen. Als er dies verweigerte, da er sich um seinen schwer kranken Vater kümmern musste, sollte er verhaftet werden. Shushay floh. Über Italien, wo man ihm gewaltsam die Fingerabdrücke abnahm, gelangte er im September 2014 nach Deutschland. Warum hat Shushay all das auf sich genommen?

Eritrea besitzt keine Verfassung, bis heute gilt das Kriegsrecht. Neben dem Militärdienst, der einige Eritreer schon im Alter von 15 Jahren erwartet, prangert die Organisation Human Right’s Watch vor allem den „Staatsdienst“ an: Männer und unverheiratete Frauen verbringen oft den Großteil ihres Lebens mit Zwangsarbeit. Die innenpolitische, wirtschaftliche und soziale Lage in Eritrea wird seit Jahren in erster Linie durch den ungelösten Grenzkonflikt mit Äthiopien bestimmt. Folge ist unter anderem die weitgehende Militarisierung der Gesellschaft. Die Ausübung von Grundrechten, wie z.B. Rede– und Meinungsfreiheit, Versammlungs- und Religionsfreiheit, ist nicht oder nur extrem eingeschränkt möglich. Wer kann, verlässt das Land. Allein 2014 stellten 36 000 Eritreer einen Asylantrag in Europa, die meisten davon in Schweden, Deutschland und der Schweiz. Dennoch werden Geflüchtete aus Eritrea massenhaft aus Deutschland abgeschoben…

Aufgrund der Dublin-Verordnung sollte auch Shushay wieder nach Italien verschleppt werden. Diese Verordnung besagt, das diejenigen Länder für den Asylantrag zuständig sind, wo der Geflüchtete zuerst registriert worden sei. Dies führt zu einer extrem ungerechten Verteilung der Geflüchteten in Europa, da primär die Küstenländer die Hauptlast tragen müssen und Binnenländer wie Deutschland wiederum die Menschen dorthin abschieben. Der Zustand der Flüchtlingsversorgung in Italien ist katastrophal. Schon lange gibt es weder Unterbringungsmöglichkeiten noch medizinische Versorgung. In etlichen Gerichtsurteilen wurden die systemischen Mängel in Italien festgestellt und daraufhin Abschiebungen ausgesetzt.

Diesmal konnte die Abschiebung von Haile Shushay verhindert werden, jedoch ist er damit noch nicht in Sicherheit. Die Behörden wollen ihn weiterhin abschieben. Zusammen mit einem Anwalt versucht er nun, dies abzuwenden. Um die Überstellungsfrist nach Italien zu überbrücken, suchen Unterstützer*innen nun Kirchenasyl. Wenn ihr eine nette Gemeinde kennt, meldet euch.

Wir bitten alle solidarischen Menschen, für die Anwaltskosten von Haile Shushay zu spenden. Jeder Betrag zählt!

Der Unterstützer*innenkreis

nsmail

Spendenkonto
Verwendungszweck: hiergeblieben
Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V.
Bank: DKB Bank
IBAN: DE80 1203 0000 0000 8355 12
BIC: BYLADEM1001

 


Facebooktwittergoogle_pluspinterest