Initiative „Abschiebungen blockieren“: Erneut Abschiebung in Magdeburg verhindert

PE der Initiative „Abschiebungen blockieren“:

In der Nacht von Dienstag, den 09.06.2015 gelang es Menschenrechtsaktivist*innen die Abschiebung des Eritreers Adhanom Gebrehet zu verhindern. Um 0 Uhr versammelten sich etwa 60 Aktivist*innen vor Ort und blockierten den Eingang zur Geflüchtetenunterkunft in Alt Westerhüsen. Vor Ort wurden Transparente entrollt, die Stimmung war durchweg entspannt, friedlich und entschlossen. Während Adhanom sich in seinem Zimmer befand und auf die Mitarbeiter*innen der Ausländerbehörde wartete, kam es auf Grund der Gruppe zu keinem Kontakt mit Behörden. Er befindet sich derzeit in Sicherheit.

Der unter Schmerztherapie stehende Adhanom sollte nach der Dublin Verordnung in dieser Nacht um 0:15 Uhr nach Italien abgeschoben werden.
Dort droht ihm ein Leben in Obdachlosigkeit und ohne medizinische Versorgung. Wie bei den beiden vorausgegangen verhinderten Abschiebungen, protestieren die Anwesenden auch hier gegen die menschenunwürdige Abschiebepraxis. „Es geht darum, Menschen vor einem Leben auf der Straße oder gar vor dem Tod zu bewahren und die Verantwortung Deutschlands dabei zu benennen.“, so eine Aktivistin. Eine Blockade stelle als Mittel des zivilen Ungehorsams eine legitime Möglichkeit dar, dies zu tun.

Diese Verantwortung gilt es momentan ganz besonders herauszustellen, da die große Koalition noch in diesem Jahr eine Asylrechtsverschärfung durchsetzen will. Diese wird zur endgültigen Abschaffung des Grundrechts auf Asyl führen. Menschen wie Adhanom, die vor einem diktatorischen Regime fliehen oder sich seit Jahren auf Flucht befinden, wird so der Zugang zu einem in Leben in Sicherheit dauerhaft unmöglich gemacht und verwehrt werden.


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