BAfF: Dringender Aufruf zur Sicherstellung der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer!

Aufruf der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft für Psychosoziale Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer:

Die psychosoziale und psychotherapeutische Versorgung von Flüchtlingen, die unter den seelischen Folgen von Folter und schweren Menschenrechtsverletzungen leiden, ist aktuell in mehreren Regionen  in der Bundesrepublik bedroht. Durch die derzeit steigenden Flüchtlingszahlen sind Hilfen für traumatisierte Flüchtlinge mehr denn je gefordert.

Der neu eingerichtete „Asyl-, Migrations- und Integrationsfond AMIF“ sollte ab Beginn 2015 den früheren Europäischen Flüchtlingsfond (EFF) ersetzen. Der europäische Fonds stellt für die meisten der Psychosozialen Zentren die Hauptfinanzierungsquelle dar. Ihre Anträge auf Projektförderung haben die PSZs termingerecht gestellt, um die nötige Anschlussfinanzierung sicherzustellen. Mit der Umstrukturierung des Fonds gehen jedoch extreme zeitliche Verzögerungen in der Bearbeitung und Bewilligung der Projektgelder einher, mittlerweile bereits mehrere Monate. Ein Ende ist nicht absehbar.

Das bedeutet für viele PSZs, dass sie ihre Angebote zurückfahren, MitarbeiterInnen entlassen müssen oder von der Schließung bedroht sind. Für die Flüchtlinge bedeutet es, dass sie keine Hilfen mehr finden, laufende Therapien  abgebrochen werden. Letztendlich sind die Patienten die Leidtragenden. Abgesehen von dem menschlichen Leid, das so entsteht, sind die Folgekosten durch dann z.T. notwendige stationäre Einweisungen  in Psychiatrien erheblich. Eine Paradoxie sondergleichen!

Die mangelnde termingerechte Bearbeitung der europäischen Projektgelder  wird nun auf dem Rücken schwer traumatisierter Menschen ausgetragen, die eigentlich unserer  Hilfe und Unterstützung bedürfen.

Die PSZs können derartig  lange Finanzierungslücken nicht  schließen. Wege der Zwischenfinanzierung existieren nicht. Hier sind alle Ebenen der Politik – Bund, Länder und Kommunen – gefragt.

Wir fordern daher:

  1. Die Zwischenfinanzierung durch öffentliche Geldgeber zur Überbrückung der jeweiligen Finanzierungsengpässe, wie sie durch die verzögerte Bearbeitung der EU-Projektgelder im Rahmen des AMIF resultiert.
  2. Von der akuten Notlage abgesehen, fordert die BAfF seit langem und mit Nachdruck politisch abgesicherte verbindliche  Finanzierungsregeln für alle Psychosozialen Zentren der Bundesrepublik unter Beteiligung von Bund, Ländern und Kommunen zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung für traumatisierte Flüchtlinge!

Im Anhang finden Sie ausführliche Hintergrundinformationen.

Für Rückfragen, Diskussion und weiteren Austausch stehen wir gerne zur Verfügung.

Kontakt:
Elise Bittenbinder (Vorsitzende der BAfF)
Siehe auch: http://www.baff-zentren.org/

Weitere Informationen: „Hintergrundinformationen. Einrichtung eines Hilfsfond“ (Diese Seite ist mittlerweile leider nicht mehr verfügbar)


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