26.09.2014 Tag des Flüchtlings 2014 – Gemeinsam gegen Rassismus!

 

Magdeburg, 26.09.2014 Der Tag des Flüchtlings findet in diesem Jahr am 26.09.2014 unter dem Motto „Gemeinsam gegen Rassismus!“ statt. Bundesweit wird der Tag von PRO ASYL und den Flüchtlingsräten aller Bundesländer in Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Vorbereitungsausschuss organisiert.
Mehr als 50 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht und suchen Schutz vor Verfolgung und Not. Nicht nur Flüchtlingsorganisationen, Unterstützer*innen und Organisationen wie PRO ASYL und die Flüchtlingsräte weisen darauf hin, dass angesichts der weltweiten Krisen die Zahlen weiterhin steigen werden. Auch die Bundesregierung weiß um diese Prognosen. Die daraus jeweilig gezogenen Schlüsse, Maßnahmen und Forderungen sind jedoch äußerst umstritten, wie angesichts der Debatte um die Bundesratsenscheidung am letzten Freitag ansatzweise deutlich wurde.
Nach einer Prognose des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge wird mit einer Gesamtzahl von 200.000 Schutzsuchenden für das Jahr 2014 gerechnet. Auch in Sachsen-Anhalt wird es dementsprechend zu einem Zuwachs der momentan 7400 Geflüchteten kommen.
Es ist dringend notwendig, die Lebensbedingungen der Schutzsuchenden menschenrechts- würdig zu gestalten, Bewegungs- und Handlungsfreiheit zu garantieren und den Zugang zu den notwendigen Ressourcen sicherzustellen. In den letzten Jahren wurden in Sachsen-Anhalt bereits einige Maßnahmen zur Verbesserungen der Lebensbedingen in Angriff genommen, jedoch bleibt die Realität an vielen Stellen noch weit hinter den Bedürfnissen zurück.
Steigende Zahlen dürfen nicht dazu führen, dass sich die Lebensbedingungen verschlechtern.
Das Asylbewerberleistungsgesetz steht zu Recht stark in der Kritik. Damit werden faktische Unterschiede zwischen Menschen geschaffen, die hinter den Anspruch einer menschenrechtlichen Gleichbehandlung zurück fallen.
Gemeinsam gegen Rassismus!

Laut PRO ASYL finden statistisch gesehen in Deutschland pro Woche fünf flüchtlingsfeindliche Kundgebungen oder Demonstrationen statt. Durchschnittlich kommt es einmal pro Woche zu einem Angriff auf eine Flüchtlingsunterkunft. Im ersten Halbjahr 2014 wurden 155 gegen Flüchtlinge gerichtete Kundgebungen und Demonstrationen abgehalten, an denen sich oft Rechtsextreme beteiligten, die sich nicht als sogenannte „Bürgerinitiativen“ tarnen. Es wurden im gleichen Zeitraum 34 Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte verübt.

Die aktuellen rassistischen und antiziganistischen Mobilisierungen gegen Bewohner*innen im Stadtbezirk Silberhöhe in Halle sind nur ein Beispiel aus Sachsen-Anhalt.
PRO ASYL hat daher verschiedene Materialien erstellt um Vorurteilen mit Fakten zu begegnen und klärt mit dem „Heft zum Tag des Flüchtlings“ (Diese Seite ist mittlerweile leider nicht mehr verfügbar) über die Situation von Flüchtlingen in Deutschland und Europa auf.
Im Rahmen der IKW unter dem diesjährigen Motto „Offene Gesellschaft. Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern“ hat der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V. eine Lesung und Diskussionsrunde zum Thema Abschiebung und Abschiebehaft veranstaltet. Eingeladen waren dazu der Journalist und Autor Militiadis Oulios und die Soziologin und Fachjournalistin für Alsy- und Integrationspolitik, Beate Selders.
Am Dienstag, den 23.09.2014, und am Dienstag, den 30.09.2014, beteiligt sich der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V. an der sich an die Filmvorführung „Werden Sie Deutscher“ (Diese Seite ist mittlerweile leider nicht mehr verfügbar) anschließenden Diskussionsrunde, organisiert von der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt.
Die Entstehung der Schwarzen Frauenbewegung in Deutschland, für die die Schwarze Bürgerrechtlerin Audre Lorde zentral war, wird in der Lesung mit Peggy Piesche zu ihrem gleichnamigen Buch „Euer Schweigen schützt Euch nicht“ thematisiert – die Lesung wird veranstaltet vom Antirassistischen Netzwerkes Magdeburg.

Pressekontakt: 01577/3116732


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