Pressemitteilung 20.Februar 2014

Der Flüchtlingsrat fordert eine weitere umfassende Aufklärung der Todesumstände eines Asylsuchenden in Zeitz und eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen

Am Wochenende starb ein Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Zeitz im Burgenlandkreis. Nach Presseberichten handelt es sich um eine Person indischer Staatsangehörigkeit. Jüngste Meldungen sprechen von einem Sturz aus dem Zimmerfenster der Unterkunft am Samstagabend. Die Todesumstände sind bisher unklar. Laut Bericht der Mitteldeutschen Zeitung mit Bezug auf Aussagen von Polizei und Staatsanwaltschaft sind Unfall, Suizid oder Fremdverschulden nicht auszuschließen.

Der Vorfall hat große Unsicherheit bei den Bewohner_innen des Asylbewerberheims ausgelöst. Bedauerlich ist auch, dass die Öffentlichkeit nicht zügig informiert wurde.

Der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt fordert eine umfassende Aufklärung der Umstände dieses Todesfalls und eine stärkere dezentrale Unterbringung von Asylsuchenden und Geduldeten im Burgenlandkreis. „Zentralisierte Formen der Unterbringung wie Gemeinschaftsunterkünfte sind nicht geeignet für kranke Menschen, da sie das Risiko bergen, dass Erkrankungen physischer, psychischer Art bzw. Sucht nicht erkannt und entsprechend betreut und versorgt werden.“ Bei einer Größe von ca. 200 Plätzen wie im Falle der GU Zeitz, die von der KVW Beherbergungsbetriebe GmbH betrieben wird, ist diese Gefahr besonders groß. Aber auch unbelastete Personen können durch eine längere Gemeinschaftsunterbringung psychisch und physisch beeinträchtigt sein.

Nicht zuletzt sind die Bedürfnisse besonders Schutzbedürftiger Flüchtlinge wie Schwerkranker, Traumatisierter, Minderjähriger, Schwangerer und älterer Menschen… laut europäischer Aufnahmerichtlinie festzustellen und mit entsprechender Versorgung und medizinischer Behandlung zu begegnen. Insofern ist im vorliegenden Fall auch zu prüfen, ob entsprechende Erkenntnisse über den Gesundheitszustand des Toten vorgelegen haben bzw. Anzeichen zu einer notwendigen Versorgung und dezentralen Unterbringung hätten führen müssen.

Pressekontakt: 0157-73116732

„140220 PM FRSA. Aufklärung Todesfall GU Zeitz.01“ (Diese Seite ist mittlerweile leider nicht mehr verfügbar)


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