Kritische Broschüre zur Altersfestsetzung bei Unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlingen

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen veröffentlichte in seiner 6.Ausgabe 2013 eine Broschüre mit kritischen Artikeln zu Altersfestsetzung bei UMF.

Expert_innen und Ärzte äussern sich zur Problematik der Ältersschätzung, die nie eine wirkliche Feststellung sein kann. „Aufgrund der Ungenauigkeit der angewandten Methoden sowie der medizinischen Bedenken ist die aktuelle Praxis des Altersfeststellungsverfahrens abzulehnen“.
Sie heben die Ungenauigkeit medizinischer Tests hervor und erörtern die ethische Dimension von verordneten Röntgenuntersuchungen, die eine Strahlenbelastung für den kindlichen und jugendlichen Körper darstellen und medizinisch nicht rechtfertigen sind.

Die Forderung von Menschenrechtsorganisation beinhaltet ein einheitliches Clearingverfahren, in dessen Zentrum das Kindeswohl steht. Angesichts der steigenden Zahlen von UMFs in Deutschland, die teilweise Gefahr laufen, wenn sie über 16 sind, entgegen ihren Angaben, als volljährig eingestuft zu werden und statt in der Inobhutnahme durch die Jugendhilfe und kindesgemäßen Schutz, als Erwachsene behandelt werden, das Asylverfahren durchlaufen, in Gemeinschaftsunterkünften leben und letztendlich einer unsicheren Perspektive entgegen blicken, ist eine Änderung der Gesetze notwendig als Konsequenz aus der Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention.

Und so schließt sich einer der Artikel einer alten Forderung von Pro Asyl an: „Im Zweifel sind die Angaben des Ausländers als wahr zu unterstellen. Eingriffe in die körperliche Unversehrtheit sind unzulässig.“

Die Broschüre ist auf der Homepage des Flüchtlingsrats Niedersachsen nachzulesen.
http://www.nds-fluerat.org/rubrik/zeitschrift/


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