Verwaltungsgericht Magdeburg zu gefährdeten Zivilisten in Afghanistan

Das VG Magdeburg geht in seinem Urteil vom 1.10.2013 davon aus, dass in Afghanistan ein systematisches und fortwährendes Vorgehen bewaffneter regierungsfeindlicher Gruppen gegen Zivilisten besteht, welche die afghanische Regierung oder die internationale Gemeinschaft tatsächlich oder vermeintlich unterstützen. Die Gefährdung erstreckt sich demnach auch auf die Familienangehörigen, die ebenfalls von gezielten Übergriffen bedroht sind.
Nach Angaben des UNHCR hat der geistige Führer der Taliban Mullah Omar in einer abgefangenen Nachricht den Befehl erteilt, jegliche Personen, die die afghanische Regierung oder die Koalitionstruppen unterstützen zu töten. Unbeachtlich sei danach, welche Tätigkeit die Person ausübt. Auch ein Fahrer ist gefährdet.
Ein Schutz durch die Zentralregierung in Afghanistan ist nicht gegeben. Diese hat keinen Einfluss auf die vielen Menschenrechtsverletzer im Land, die selbst oft mit großer lokaler Macht ausgestattet sind. Auch eine inländische Fluchtalternative besteht nicht, da die Situation im gesamten Land prekär ist und regierungsfeindliche Gruppen im ganzen Land verbreitet und vernetzt sind.
Der Kläger sei als ehemaliger Transportunternehmer daher in seiner Unversehrtheit durch die Taliban gefährdet. Er war selbständig und finanziell erfolgreich. Mehrere seiner Fahrzeuge wurden bereits gesprengt.

Das Urteil ist bei asyl.net einsehbar:
http://www.asyl.net/fileadmin/user_upload/dokumente/21226.pdf


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