Pressemitteilung 21.09.2012

Flüchtlingsmarsch erreicht heute Sachsen-Anhalt

Heute am 21.9.2012, erreicht der Flüchtlingsprotestmarsch die Landesgrenze von Thüringen und Sachsen-Anhalt. Das Brisante ist, dass die Flüchtlinge dabei bewusst gegen die Residenzpflicht verstoßen. Sie setzen ein Zeichen gegen diese menschenverachtende Form der Freiheitseinschränkungen.

Am 08. September 2012 haben Flüchtlinge aus verschiedenen Flüchtlingslagern in Bayern einen 600km langen Protestmarsch von Würzburg nach Berlin begonnen. Gestern erreichten sie Teutleben in Thüringen und betreten heute das Bundesland Sachsen-Anhalt. Mit dem symbolträchtigen Übertritt wollen die Flüchtlinge gegen die Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit durch die Residenzpflichtregelung protestieren. Dabei riskieren sie mit diesem Akt zivilen Ungehorsams bewusst Sanktionen aufgrund des Residenzpflichtverstoßes.

Auch wenn Sachsen-Anhalt die Bewegungsfreiheit innerhalb der Landesgrenzen ermöglicht, bleiben Flüchtlinge und Asylsuchende davon betroffen, wenn sie die Grenze zu den Nachbarländern überschreiten und ihre Familie und Freund_innen in ihren Communities in anderen Städten oder in Berlin besuchen wollen. „Deutschland ist das einzige Land mit einer Residenzpflicht für Flüchtlinge. Wir fordern Bewegungsfreiheit für alle Menschen ohne Unterschied“, so Antje Arndt, Vorstandsmitglied des Flüchtlingsrates. Der Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt zeigt sich solidarisch mit den Flüchtlingen und AktivistInnen und unterstützt die asylpolitischen Forderungen.

Derzeit befinden sich ca. 30 Personen auf dem Fußmarsch. Nächste Woche wird der Flüchtlingsmarsch in Wittenberg erwartet, wo eine Kundgebung am 29. September um 11:00 Uhr auf dem Marktplatz geplant ist. Der Protestmarsch entwickelte sich aus den seit Monaten andauernden Flüchtlingsprotestcamps in verschiedenen Städten, welche nach dem Suizid des iranischen Flüchtlings Mohammad Rahsepar im Würzburger Flüchtlingslager am Anfang dieses Jahres entstanden waren. Flüchtlinge aus verschiedenen Lagern tragen ihre Forderung nach einer Abschaffung der Flüchtlingslager und der Residenzpflicht sowie eines Abschiebestopps zu Fuß zu den politisch Verantwortlichen in Berlin.

Kontakt: Françoise Greve Tel: 0391-5371 281
Protestmarsch: direkter Pressekontakt: 0176-98340806 oder The Voice, Tom Ndindah, Tel: 0176-99621504
Kontakt Kundgebung Wittenberg: Flüchtlingsinitiative Sachsen-Anhalt Salomon Wantchoucou: 0176-9932 1843

„120921 PM Flüchtlingsmarsch“ (Diese Seite ist mittlerweile leider nicht mehr verfügbar)


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