Dokumentarfilm „Wadim“ mit anschließendem Infocafé am 14.03.2012

Film und Infocafé
Öffentliche Premiere in Sachsen-Anhalt

„Der Dokufilm Wadim erzählt die erschütternde Geschichte von einem Jungen, der als 18-Jähriger abgeschoben wurde und bei der Suche nach einer Heimat zerbrochen ist.“ (NDR)

Dokumentarfilm von Carsten Rau und Hauke Wendler, 2011

Wadim K. ist in Deutschland aufgewachsen, zur Schule, zum Sport und in die Minis­trantengruppe gegangen. Er sprach deutsch, er hatte deutsche Freunde, er fühlte sich als Deutscher. Doch einen deutschen Pass hat Wadim nie erhalten, weil er mit seiner Familie 1992 als Flüchtling nach Hamburg kam.
Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion fühlen sich Wadims russischstämmige Eltern in Lettland nicht mehr sicher. Doch in Deutschland wird ihr Asylantrag abgelehnt. Es folgen 13 Jahre zwischen Duldungen, Sammelunterkünften und Arbeitsverbot. Die Eltern brechen unter dem Druck zusammen, erkranken schwer an Depressionen. Die Kinder sind mehr und mehr auf sich gestellt.
2005 versucht die Ausländerbehörde die Familie abzuschieben. Der nächtliche Einsatz endet im Desaster: Die Mutter schneidet sich die Pulsadern auf, der Vater kommt in Haft. Wadim wird mit 18 Jahren allein nach Lettland abgeschoben – in ein Land, an das er sich kaum erinnern kann. Fünf Jahre kämpft er um eine neue Existenz: Erst in Riga, später irrt er durch Frankreich, Belgien und die Schweiz, wird erneut nach Lettland deportiert. Bei seinem letzten, illegalen Besuch in Hamburg, im Januar 2010, wirft Wadim sich vor eine S-Bahn. Er ist 23 Jahre alt. […]

Im Anschluss: Infocafé mit Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt e.V., Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. und weiteren AkteurInnen der Bereiche Migrations-, Integrations- und Asylpolitik und -arbeit

Wann? 14.03.2012, 19.00Uhr
Wo? einewelt haus, Schellingstraße 3-4, 30104 Magdeburg

Eintritt kostenlos! Für Getränke ist gesorgt.


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