27. März 2012. Prozess Oury Jalloh geht in die nächste Runde – Anhörung des neuen Brandgutachters/ Staatsantwaltschaft bringt neuen Tatbestand in die Anklage ein

Am Dienstag, dem 27. März 2012, um 13 Uhr wurde der Prozess mit der informellen Befragung eines neuen Brandgutachters Dr. Henry Portz fortgesetzt. Nachdem ihm ein Fragenkatalog der Kammer bezüglich der vorangegangenen Gutachten vorgelesen wurde, antwortete er, dass er „mit den vorgegebenen Fakten etwas anfangen kann“. Ein Teil der ungeklärten Fragen lasse sich mit Hilfe weiterer Untersuchungen und neuer Verfahrenstechniken beantworten. Der Zeitfaktor spiele aber eine wesentliche Rolle und er gehe von 6 bis 12 Monaten aus, die für die sehr aufwendigen Experimente notwendig seien.

 

Die Fortsetzung der Befragung des Gutachters findet am 20. April statt. Nach seiner Einsichtnahme in die bisherigen Untersuchungsergebnisse und Aufzeichnungen der Brandgutachten soll Herr Dr. Portz erneut angehört werden. Ob es dann zu einem neuen Auftrag für ein Brandgutachten von seiten der Kammer geben wird, ist noch völlig unklar.

 

Bereits am 18. April 2012 wird der Prozess mit der Befragung des Angeklagten Polizisten Schubert fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft hat neben der Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge, einen neuen Tatbestand „Freiheitsberaubung mit Todesfolge“ eingebracht. Aus Sicht der Behörde war bereits die Gewahrsamsnahme des Oury Jalloh wegen angeblich „nicht geklärter Identität“ rechtswidrig. Eine Verurteilung wegen Freiheitsberaubung würde mindestens eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren bedeuten, im minder schweren Fall drei Jahre.

Die Stellungnahme der Kammer zu diesem Antrag wurde ebenfalls auf den 18. April verschoben.


Facebooktwittergoogle_pluspinterest

Schreibe einen Kommentar